Wehrkirche Purk

Purk liegt im Waldviertel von Weissenkirchen in der Wachau Richtung Zwettl bei Kottes.
Die Kirche ist ein rom. Bau spätestens aus d. 2. H. d. 13. Jh., mit Chorquadrat und halbkreisförmiger Apsis. Anfang des 16. Jh. erhielt die Kirche Seitenschiffe und Sternrippengewölbe. Der spätgot. Turm tritt aus der Mitte der W-Front hervor. ein Grabstein am Kircheneingang mit eingeritztem Stangenkreuz gehört d. 14. Jh. an. Die Krezwegbilder um 1800 stammen aus der Schule Kremser Schmidt.
Um 1120 baute Gerbirga, die Schester des Markgrafen Leopolds des Heiligen und Gattin des Königs Borifwoy von Böhmen, auf dem von WAldo von Reun zurückgelassenen und ihr von ihrem Bruder übergebenen Gut Grie die 1124/25 genannte “ecclesia ad Purch” und überließ sie dem Stift Göttweig. Um 1300 erscheint sie, die zunächst Filiale von Kottes war, als selbständige Pfarre. Es ist möglich, daß der Hügel im Bereich der Kirche die Burg der Herren von Grie getragen hat, von denen ein Pilgrim v. Grie 1100 genannt wird.

Es muß unterirdische Gänge zur Kirche gegeben haben, die bis auf zwei nicht mehr bekannt sind. Fotos von dem Inneren der Kirche werden nachgereicht, da wie fast alle Kirchen meistens verschlossen sind und bei Waldviertler Temperaturen für diese Aufnahmen bis ins Frühjahr gewartet wird. (Anmerkung des Autors)

Architektur der Pfk. St. Martin

Aus einer muldenförmigen Erweiterung des vom Purkbach, einem Zufluß der Krems  durchflossene Tales erhebt sich ein steiler Hügel, der an der N-Steite mit Felshängen zum Bach abfällt. Am Fuß des Hügel ist eine Kirchsiedlung gelagert, die im O einen kleinen Platz bildet, von dem ein Gäßchen zur Talsohle absinkt, wo ein zweiter Siedlungsteil eine platzartige Erweiterung darstellt. Die Oberfläche des Hügels bietet gerade noch Raum für die Kirche. Der sie umgebende Friedhof schließt nur im N eine bis zum Rand des Felsabhanges reichende Fläche ein, während er nach S und O als Abhang zu  der tief unter ihr gelegenen Kirchhofummauerung abfällt, die ungefähr rhombenförmig den Hügel umgibt, nach außen zwar als Futtermauer zu bedeutender Tiefe abfällt, nach innen aber nur als 1,60 m hohe Brüstungsmauer der Bering begrenzt. An die NO-Ecke ist der Pfarrhof gebaut, der ebenfalls tiefer als die Kirche liegt und huete einem neueren Viereckbau Platz macht.

Die gegen das Dorf gerichtete, bogenförmige S und O-Umfassung des Kirchhofs wird durch eine Gebäudereihe ersetzt, die der gerundete Ecke vom Kirchhoftor durchquert wird. Nach dem Parzellenprotokoll der Franziszeischen Aufnahme von 1823 waren links vom Tor zwei Häusler und ein Bauer die Besitzer der Baulichkeiten, während jene zur reichten Seite zum Pfarrhof gehörten. Im heutigen Zustand sind sie sämtlich zweigeschossig und dienen, mit Ausnahme von zwei zur Wohnzwecken umgebauten, im Erdgeschoß als Ställe, im Stockwerk zu Speicherzwecken.  Sie haben den Anschein ehem. Kirchhofgaden, die den Ortsbewohnern in Zeiten der Gefahr zur Aufbewahrung Ihrer Feldfrüchte dienten. Gegen den Kirchhof zu bilden sie eine öffnungslose, weiß verputzte Mauer. In der flucht dieser inneren Mauer öffnet sich in der sö. Rundung das Kirchhoftor, eine flachbogige Toröffnung , von der 10  Stufen in einer überdachten Lücke im Gebäudekranz hinausführen.

Die nach innen gerückte Lage des Kirchhoftores zeicht, daß die einzelnen Häuschen nicht, wie dies bei Kirchhofgaden gewöhnlich der Fall ist, an der Innenseite der Kirchhofmauer angebaut sind und damit den Schutz des Kirchhofs genießen, sondern an ihrer Aussenwand. Trotzdem werden wir als die Nachfahren ehem. Kirchgaden vor uns haben.

Neben dem Kircheingang erhebt sich ein turmartiger Bau mit gegen die Straße anfallendem Pultdach besonders hervor. Er enthält jetzt eine von einer Kuppel überwölbte Martinskapelle.

 

Quelle:Karl Kafka

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