Schloss Schwarzenau – Stuckjuwel im Waldviertel

Als österreichische Stuckmuseum wird das prächtige Renaissanceschloss Schwarzenau bezeichnet. Das von einem idyllischen Park mit Schloßteich umgeben ist.

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Das Gebiet um Schwarzenau gehörte in der 1. H. d. 12. Jh. vermutlich zum Allentsteiger Herrschaftsbereich als Teil jenes Hoheitsgebietes der Herren von Kuenring, das als königl. Schenkung ausserhalb des urspr. Marktbereichs lag und erst 1156 in eine engere Bindung zum österr. Herzogtum gelangte.

Die ursprünglich an dieser Stelle stehende Burg Swarcenawe wird 1150 das erste mal    urkundlich erwähnt. Als Erbauer gilt der 1197 erwähnte Pilgrim von Schwarzenbau, der als Gefolgsmann von Hadmar II. von Kuenring war. Die Burg war ein viertürmige Wasserburg, die zum Schutz der alten Straße Horn-Schrems-Gmünd errichtet wurde. Nach verschiedenen Lehensherren wie den Grafen von Plain-Hardegg und den Grafen von Görz-Tirol wurde die Herrschaft 1500 landesfürstlich. Die Wasserburg wurde um 1580 und 1592 zum heutigen Renaissance Wasserschloss umgebaut, dabei wurden Teile der Burg weiterverwendet. Bauherr war Reichard Streun, ein Nachkomme von Pilgrim. Reichard hatte in Padua studiert und wirkte später am Hof von Matthias Corvinus. Er ließ sich im Stil von den italienischen Villen beeinflussen.

Bis 1636 blieb das Schloss im Besitz der Famile “von Streun” zu der auch Reichard Streun von Schwarzenau (1538-1600) auf Schloss Freydegg gehörte. Aufgrund der finanziellen Lage wurde das Schloss an Ulrici von Gänghofen verkauft. Bereits 1663 war das Schloss durch seine Wehrhaftigkeit eine Zufluchtsstätte vor den herannahenden Türken gewesen. 1664 kaufte Georg Friedrich von Lindenspür die Liegenschaft. Seine Tochter lebte dort mit Ihrem Mann Jakob Leopold Freiherr Thavonat von Thavon. Ihre Erbtochter heiratete Franz Adam Graf Pollheim. Der Osttrakt wurde nach einem Brand 1835 neu errichtet, im Zuge dessen der schwer beschädigte Südtrakt renoviert. Die wertvollen Stuckarbeiten aus dem 18. Jh. entstanden zur Zeit von Franz Adam Graf Pollheim unter der Leitung von dem ital. Stukkateur Giovanni B. d’Allio. Bemerkenswert ist die zweigeschossige Schlosskapelle, die zwar stark beschädigt wurde, aber die letzten Jahre häufig verwendet wurden für Hochzeiten. Auch die Prunkräume in den Türmen und Westtrakt wurden mit reichen Stuckverzierungen durch d’Allio ausgestattet, wie das Spielzimmer im Nordturm oder der Marmorsaal. In dem Nebengebäude, der heutigen Schlosstaverne, tagte früher das Hohe Gericht und  ist mit reichen Stuckornamenten versehen.

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1945 wurde das Schloß, vor allem aber die stuckierten Räume, wie die Kapelle, durch die Besatzungstruppen arg verwüstet. Während des II.Weltkrieges diente es als Flüchtlingsheim und wurde danach von der sowjetischen Besatzungsmacht übernommen. Das Inventar wurde an andere Orte gebracht und Teile des Dachstuhls verheitzt und Zwischenräume herausgerissen. Nach dem Staatsvertrag kam das Schloss wieder in private Hände und wurde restauriert. Ab 1991 wurde es wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Schloß steht momentan zum Verkauf und kann dieses Jahr noch besichtigt werden. Es werden Führungen angeboten. Kontakt über die Kaminstube Gasthof Hahnl, Tel 02849/2271.

Am 21.Juni 2016 findet ein Benifizfest der Waldviertler Weinweiber im Innenhof des Schlosses statt.

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Die Bilder in den Fensternischen schildern das romantische Kennenlernen des Paares Graf Pollheims mit seiner Frau, die damals bereits “ein spätes Mädchen” war, also über 25 Jahre alt.

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Die Kirche ist in ihrer Darstellung aller Apostel einzigartig für die Größe der Kapelle.  Der Eingang und die Empore wurden erst später nachträglich eingebaut um auch den “gemeinen Volk” den Zugang zur Kirche zu gewähren. Die Tafeln, die die Engel in den Händen halten weisen den Bezug zu den Aposteln in Lebensgröße auf. Die Kirche sollte in den 60igern renoviert werden und im Gespräch war eine John F. Kennedy Gedächtniskapelle.

 

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Das Gebäude war früher das Gerichtsgebäude bis es in 19.Jh. nach Zwettl übersiedelt. Später diente es als Reitstall und später als Schloßtaverne.

 

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