Ruine Reinegg im Kamptal

Eine Ruine mit Gesicht

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Anfahrt: Bei der Stausperre von Ottenstein (unterhalb der gleichnamigen Burg!) zweigt von der B 38 eine Straße Richtung Krumau am Kamp ab. Nach zwei scharfen Rechtskurven befindet sich links ein Weg zum Kampstausee.

Parken: Hier eingeschränkt möglich. Den Weg Richtung Stausee nehmen, die kleine Burgruine ist linkerhand auf einem Hügel.

Öffnungszeiten: Die Ruine ist frei zugänglich.

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Am Ufer des romantischen Stausees Dobra, dessen mystische Aura an die norwegischen Fjorde erinnern, liegen am Ufer (neben einer Anlagestelle für Boote) die fast vergessenen Reste der kleinen Burg Reinegg. Reinegg war definitiv keine große Burg, kaum größer als ein Turm mit Bering. Diverse Mauertrümmer zeugen noch davon. Ein solcher Rest ragt aus der Erde heraus. Mit viel Fantasie lässt sich hier der Kopf eines Getiers erkennen, das gerade aus der Erde steigt. Ein versteinertes Ungeheuer, vielleicht sogar das Monster vom Dobra- Stausee (like Loch Ness)? IMG_1922

Wohl kaum. Die Ruine Reinegg ist wesentlich älter als der Stausee und war beim Bau des Staukraftwerks bereits seit 500. Jahren eine Ruine.

Der Name der Burg kommt nur einmal geschichtlich vor: 1460 verlieh Kaiser Friedrich III. dem Vinzenz Stodolegk den „Purkstal zu Reinegk“. Demnach war Reinegg damals schon eine Ruine. Damit wäre grundsätzlich die geschichtliche Sache von den Fakten her erledigt. Aber irgendwie mutet es komisch an, dass ein Kaiser einem Ritter einen „Steinehaufen“ schenkt.

Die Sache schreit nach Aufklärung. Nun, der „Purkstal zu Reinegk“ war nicht das einzige, was 1460 dem Stodolegk gegeben wurde. Gleichzeitig mit Reinegg erhielt er auch Burg Waldreichs. Nun wurde Waldreichs 1446/47 zerstört, aber bereits um 1450 wieder aufgebaut, dabei dürfte allerdings ein neuer Standort gewählt worden sein, nämlich eben dort, wo heute Schloss Waldreichs steht. Wo aber stand die ältere Burg?IMG_1889

Das wurde 2004 herausgefunden: Gegenüber von Reinegg befindet sich die Stauseeinsel „Mühlhörndl“, auf der tatsächlich spärliche Reste einer Burg gefunden wurden. Es ist daher nahe liegend, dass auch Reinegg 1446/47 zerstört wurde, nachdem es zuvor zum Herrschaftsverband Waldreichs gehört hatte. Vielleicht leitet sich ihre Name von den „Rennwartern“ ab, die sich ab 1370 als Besitzer von Waldeichs finden lassen.

Die wenigen Mauern erzählen damit eine Geschichte von Herrschaft und Zerstörung, von Neubeginn und dem Vergessen von Altem. Vielleicht sehen deswegen die Mauern von Reinegg so traurig aus. Vielleicht…

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Weitere Infos unter: http://www.imareal.sbg.ac.at/noe-burgen-online/result/burgid/2205

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