Ruine Klingenberg

K L I N G E N B E R G   Chlingenperch

Die Burg Klingenberg wurde von den Herren von Perg- Machland nach der Burg Blasenstein (in St. Thomas) als Rodungs- bzw. Schutzburg bei Pabneukirchen im 12. Jh. errichtet, auf einem markanten Granit Felsblock, einer sogenannten Wollsack-Formation, als Höhenburg mit Sichtkontakt zur Burg Blasenstein, Clam, Ruttenstein bzw. grandioser Weitsicht bis zur gesamten Alpenkette .

Die Verwaltung der Herrschaft Klingenberg saß auf der Burg Blasenstein, die als Witwensitz der Adelheid von Clam-Velburg erwähnt wurde. Da Ulrich von Clam-Velburg beim 5. Kreuzzug in Ägypten 1218 umkam, ging der gesamte Besitz, ohne leiblichen Nachkommen, an den Landesfürsten, den Babenberger Leopold VI., in der Folge an Premysl Ottokar und an die Habsburger. Somit wurde Klingenberg über 3 Jahrhunderte zum Pfandobjekt.

Als Pfandinhaber werden aufgelistet: Bayernherzog Otto 1276-83 (als Brautschatz für Tochter Katharina), die Herren v. Wallsee -1358, Jans der Trauner, Brüder Wenzel u. Ernst Preuhaven, lebenslänglich zum Leibgedinge (Reversbrief, Burg in gutem Bauzustand zu erhalten!), Rohrbacher 1433, Neudecker 1457, Liechtensteiner -1490, Schneckenreuter           -1491, Brüder Sigmund u. Heinrich Prüschenk ab 1491 (Erbauer von Schloss Greinburg!), Laßla Prager 1500-1508 (auf Burg Windhaag, Erbauer von Schloß Pragtal u. Schloß Pragstein in Mauthausen und der freskierten Gruft in der Kirche von Altenburg!), Achaz v. Losenstein 1524-25, Georg Kiembser 1525, Sebastian Kiembser 1536 >Witwe Christina -1542 >         2. Gatte Seifried v. Kollonitsch 1552-53, Erasmus v. Gera 1553-62, Gabriel v. Kollonitsch 1562-84.

Urkunde 10.August 1588: Erzherzog Maximilian, König von Polen, lässt dem Lorenz Schütter, Oberdreissiger zu Ungarisch-Altenburg und durch 22 Jahre seiner Schwester, der Königin von Frankreich, und seines Bruders Ernst Diener, für 12.000 Gulden die Herrschaft Klingenberg zu freiem Eigentum. Er baut die Burg zu einem Renaissance-Schloß aus. Zitat: „Klingenberg ist einer der vürnembsten und schönsten Plätze Österreichs“

In einer Urkunde wurde 1220/40 der Besitz mit 13 Lehen und 6 Hofstätten aufgelistet.

Klingenberg wird auch in Verbindung mit der Türkengefahr 1594 als Fluchtburg genannt.

1750 waren 47 Häuser untertänig.

1630 wird Klingenberg von den Schütterischen Erben an das Stift Waldhausen verkauft, samt dem Markt Münzbach, wo über 200 Jahre die Verwaltung der Herrschaft Klingenberg war, wegen der zentraleren Lage. Nach Blitzschlag und Brand 1700 und einer fehlenden Funktion wurde Klingenberg nur noch notdürftig repariert und nur mehr von einem Torwärtl oder Amtmann bewohnt.

Nach der Aufhebung des Stiftes Waldhausen durch Josef II. 1792 ging die Herrschaft, Burg und Liegenschaften an den Religionsfond, heute Domkapitel Linz.

Am 13.April 1855 stürzte die talseitige Bergfried/Turmhälfte ab, in der Folge weitere Mauern. Behauene Steine der Ruine wurden für Hausbauten in der Umgebung verwendet. Trotzdem wurde die Vorburg noch bis Anfang des 20. Jh. von armen Inwohnern bewohnt. In den Pfarrmatriken findet sich 1898 der Eintrag einer Nottaufe.

Hier ein paar Fotos wie die Ruine vor dem Beginn der Renovierungsarbeiten ausgesehen hat. Unser Schönleitner hat die Ruine 2012 fotografiert.

 

Die Burg- bzw. Schloss-Ruine wird seit 2013 vom „Verein Ruine Klingenberg“ mit Mitteln des Bundesdenkmalamtes, der OÖ-Landeskulturabteilung und des Domkapitels Linz liebevoll gesichert, um dieses Kulturgut, aus der Entstehungszeit von Österreich, für die Nachwelt zu erhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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