Ruine Hardegg – romantische Ruine an der tschechischen Grenze

Erstmals wird Hardegg 1140/50 mit dem gräfl. Gefolgsmann Otto v. Hardegg genannt. Hardegg befindet sich auch heute noch wie in der Babenbergermark im gefährdeten Grenzgebiet. Ich habe auch deshalb Fotos von der Grenze zur Tschechien dazugegeben um dies zu verdeutlichen. Heute kann man auf der Brücke gemütlich nach CZ wandern oder zur nächsten Ruine.

Seit 1187 nennen sich die Plainer, die zu diesem Zeitpunkt auf der Burg residierten nach der Burg. Es finden sich auch bis zum Beginn des 13. Jh auch nach Hardegg benannte niederadelige Gefolgsleute. Die Hardegger  bzw. Plainer bauten die Hft. konsequent aus und zählten zu den mächstigsten Adelsfamilien des Landes. Die beiden letzten Plainer geraten 1260 im Krieg Ottokars gegen die Ungarn in einen Hinterhalt und die männliche Grafenlinie erlischt. Die Witwe eines der Gefallenen hölt aber den größten Teil der Hft. zusammen und heiratet später 1262 den Thüringer Bgfn. Heinrich v. Dewin, der Pulkau zu senem Herrschaftsmittelpunkt ausbauen wollte. Nach seinem Tod 1270 heiratet die kinderlose Witwe den ebenfalls aus Thüringen stammenden Berthold v. Rabenswalde. Die beiden agierten wirtschaftlich sehr geschickt und gründeten die Stadt Retz als neuen politischen und wirtschaftlichen Mittelpunkt der Hft. Hardegg. Nach seinem Tod 1312 tritt sein Großneffe Berthold v. Maidburg das Erbe an, doch fordern die oberösterr. Gfn. v. Schaunberg einen Teil der Hft. und können dies auch teilweise durchsetzten. Ihnen gehörte bis zum Ende des 14. Jh. ein Teil der Burg und es ist durchaus möglich, daß ein Teil des weitläufigen Burgareals von ihren Gefolgsleuten eingenommen wurde. Um die Mitte des 14.Jh. werden ein “Hinteres” und “Vorderes” Haus der Burg mit einer Georgs – und einer Johanneskapelle genannt. Die miserable Finanzlage zwingt die Grafen, für eine Geldhilfe dem Herzog im Falle des Aussterbens, ihrer männlichen Linie die Erbfolge zuzusichern. Schwer getroffen durch die Hussiteneinfälle, bei der der Graf Johann III. in Gefangenschaft gerät und ums Leben kommt, geht dann die Hft an seinen Sohn Michael. Dieser bleibt aber der letzte Mailburger und Hardegg fällt gemäß dem Erbvertrag an den Landesfürsten 1481. Diese verpfändet Hardegg zunächst kurz dem Gfn. v. Pösing. 1495 verkauft Kaiser Maximillian die Hft. an die Prüschenk, die hier Pfleger einsetzen. Nach einem Brand 1506 erfolgt die Wiederherstellung 1508. Um 1580 wird die Residenz der Hardegger nach Schloss Riegersburg verlegt, Hardegg bleibt aber noch bewohnt und als 1644 als vollständig erhalten bezeichnet, auch der Vischer-Stich von 1672 zeigt sämtliche Bauten mit dem Dach versehen. Der Großteil der Zerstörung dürfte daher ab dem 18. Jh. erfolgt sein. 1731 geht sie an die Khevenhüller über (1742 an den Zeig Khevenhüller-Metsch). 1754 wird das Holz des Daches anderweitig verwendet. 1755 zerstört ein Erdbeben Teile der Burg. Nach deinem Großbrand im Ort 1764 wird der Bevölkerung die Abfuhr von Baumaterial zu Wiederaufbau gestattet, die Burg verfällt zur Ruine. Erst um 1880/1905 erfolgt der Wiederaufbau durch Johann Carl v. Khevenhüller nach den Plänen Carl Gangolf Kaysers und Humbert Walchers v. Molthein, wobei auch eine Gedächtnisstätte für Maximilian v. Mexico eingerichtet wird. 1945 erben die Pilati die Burg, die von der Besatzungsmacht geplündert war. Nach der Rückgabe durch die Sowjets erfolgen ab 1956 Restaurierungen. Die Burg befindet sich nachwievor im Besitz der Fa. Pilati. Dort ist auch die Familiengruft. Interessant ist die Person Johann Carl v. Khevenhüller, der in Mexico den Reiterkorps “die roten Husaren” benannt nach ihren knallroten Uniformen aufbaute. Er erbaute auch das Maximilian Museum und verhandelte den Abzug der österreichischen Soldaten.

Quelle: Nö-Burgen online

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