Mittelalterabend auf der Burg Kreuzenstein mit Arnulf das Schandmaul

Die Burg Kreuzenstein ist weithin sichtbar vor den Toren Wiens direkt neben der Autobahn bei Korneuburg. Die Burg war auch die erste Burg die im 11. Jh. den Angriffen auf Wien standhalten musste. Die Höhenburg wurden von den Frombachern erbaut, kam durch Heirat in den Besitz der Grafen von Wasserburg. Über Ottokar II. von Böhmen gelangte die Burg 1278 in den Besitz der Habsburger. Die Burg wurde nie erobert bis zum Dreißigjährigen Krieg und dann von drei Seiten gesprengt. 200 Jahre führte sie einen Dornrößchenschlaf bis sie durch Nepomuk Graf Wilczek 1874 zu neuem Leben erweckt wurde. Die Burg wurde in den nächsten 30 Jahren zur Schauburg umfunktioniert bzw. es war von der ursprünglichen Burg nur ein paar kümmerliche Mauerreste vorhanden, die in die Renovierung einbezogen wurde. Graf Wilcek war ein großer Sammler von Antiquitäen und Volkskunst und baute das Schloß quasi um seine entsprechenden Raritäten, die er in ganz Österreich erworben hatte herum. Die Burg ist einen Sammlung verschiedener Stilrichtungen und ist schon allein aufgrund ihrer Antiquitäten, Küche und Waffenkammer sehenswert. Hier sind über 200 verschiedene Lanzen ausgestellt und auch diverse Rüstungen und andere Exponaten. Die Burg hatte auch im Mittelalter eine Falknerei und dieser Tradition blieb man treu, so dass die Besucher auch die Falknerei besichtigen können.

Das ist nur ein kurzer geschichtlicher Ausflug am Rande. Der eigentliche Grund des Besuches war ein Konzert von Arnulf Zeiler in der Kreuzensteiner Burgtaverne. Die Taverne liegt direkt neben der Burg und bietet einen wunderbaren Blick auf Klosterneuburg und Wien in der Ferne. Bei schönem Wetter und gutem Essen konnten die Gäste entspannten der Darbietung von Arnulf lauschen. Es war auch für nicht Mittelalterfans sehr interessant über die Musik und Bräuche der damaligen Zeit zu erfahren. Es wurden von Arnulf die einzelnen Instrumente erklärt, aber auch Geschichten über die Esskultur im Mittelalter. Was uns heute sehr gut schmeckt, wie der Schweinsbraten, war damals in unseren Regionen auch bereits schon sehr beliebt und der Grund weshalb Muslime kein Schweinefleisch aßen, ergab sich aus dem religösen Grund, dass sie als unrein galten und zum anderen in den heißen Regionen sich das Fleisch nicht sehr lange hält. Es wurde auch Biber in der Fastenzeit gegessen, da er seinen Schwanz als Flosse verwendet, galt er als Fisch und somit wurde er gegessen. Biber wurde uns zwar nicht kredenzt, aber die Vielfalt an vorhandenen Gerichten schmeckten uns ausgezeichnet. Das gesamte Team bemühte sich sehr um seine Gäste. Ein Besuch der Burg lohnt sich nicht nur aus kultureller Sicht. Am Rande bemerkt, die Falknerei bietet auch Falkner Workshops an oder Workshops für Fotografen mit den Greifvögeln. Ein sehr gelungener Abend.

 

Kommentare sind geschlossen.