Maria Taferl – barocker Wallfahrtsort und Kraftplatz

Hoch über der Donau, nahe dem Ort Marbach thront von weitem sichtbar die Basilika von Maria Taferl. Die Basilika” zur schmerzhaften Maria Mutter Gottes” ist DAS niederösterreichische Landesheiligtum, und neben Maria Zell der wichtigste katholische Wallfahrtsort in Österreich.

Die Gegend um diesen Wallfahrtsort ist altes jungsteinzeitliches bzw. bronzezeitliches Siedlungsgebiet.  Die heutige Stadt Pöchlarn entsandt aus dem  römischen Kastell Arelape. Im Jahr 1144 wird der Ort Marbach als wichtiger Warenumschlagsplatz erwähnt.

Aber der eigentliche Grund der Wahlfahrt, die schnell größere Dimensionen annahm ist eine “Legende” die ich hier wieder geben möchte:

“Thomas Pachmann, seines Zeichens Gemeindehirte, befand sich am 14. Jänner 1633 auf der Suche nach Brennholz auf dem Taferlberg, als er die dürre Eiche erblickte. Da er das Kreuz auf der anderen Seite nicht bemerkte, hob er die Axt an, um den Baum zu fällen. Sie glitt ihm jedoch zweimal ab, allerdings ohne Schaden am Stamm der Eiche anzurichten, und verwundete Thomas Pachmann an beiden Beinen. Als er sich daraufhin am Fuß des Baumes niederließ, sah er das Kreuz, erkannte seinen Frevel und bat Gott um Verzeihung. Sogleich hörten seine Wunden auf zu bluten, und er konnte aus eigener Kraft nach Hause gehen.

Die Kunde von seiner wunderbaren Heilung ließ immer mehr Gläubige „zum Taferl“ strömen. Einer von ihnen war Alexander Schinagl, der von Depressionen und Selbstmordgedanken gequält wurde. Eines Nachts im Jahre 1642 befahl ihm eine Stimme, das Vesperbild, das er auf seinem Hausaltar aufbewahrte, zur Eiche auf den Taferlberg zu bringen und das morsche Kreuz zu ersetzen. Nachdem er diesem Ansinnen nachgekommen war, besserte sich sein Gesundheitszustand zusehends, und nach vier Jahren waren seine Beschwerden ganz verschwunden.” (Text von Monika Soffner-Loibl – Kunstverlag Peda, Passau)

….und schon schlossen sich zahlreiche Erscheinungen, Sichtungen, Erhörungen und Heilungen an. Am 25. April 1660 wurde am Platz der Eiche der Grundstein der heutigen Basilika gelegt, die am 29. Juni 1724 geweiht wurde. Herzstück der Wahlfahrt und energetisches Zentrum als starker Kraftort ist der barocke Hochaltar. Wobei zu erwähnen ist das der sogenannte “Tafelstein” bis 1744 einen fixen zentralen Platz in der Basilika hatte. Heute ist der Stein “ausgelagert” und steht in eine Balustrade eingefasst am Vorplatz der Kirche. Unter Kaiser Kaiser Joseph II. wurde der Ort mit einem Wahlfahrtverbot, belegt, natürlich kamen weiter Pilger, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie zuvor.

Der Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau Sophie wohnten im nahen Schloss Artstetten von wo sie regelmäßig die Kirche besuchten und ihr reichlich Geschenke machten. Diese und andere Gaben sind in der Schatzkammer zu bewundern. (war leider außerhalb der Öffnungszeiten dort). Aber Bildvotivgaben  sind im Treppenhaus neben dem Haupteingang zu bewundern, und diese sind absolut sehenswert. Ein Zeichen tiefer Frömmigkeit …und jede einzelne ist mit einem Schicksal verbunden.

 

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