Joculatores Primae Noctis in der Spielleutetaverne von Eulenspiel

Die Taverne im Golden Harp war sehr gut besucht, trotz der fehlenden Mitglieder die in Gloggnitz waren. Es war eine musikalische Zeitreise der besonderen Art. Bitterböse Satire über die Sitten und Bräuche des Mittelalters oder in der Umgangssprache heute – „dem Volk auf’s Maul gschaut“. In sehr anschaulicher Weise versuchte Clemens von den Joculaturoes durch kleine Geschichten über die Kirche vor dem Zölibat durch Gregor VII die Zuhörer zu unterhalten. Die kleinen Familientragödien und Orgien um den Vatikan fanden sehr gefesselte Zuhörer.
Auch der Minnesang kam nicht zu kurz, da im Mittelalter eine Welt von starken Gegensätzen war hin und her gerissen zwischen Himmel und Erde, Orgiasmus und Askese und Barbarei und Lamour courtois, der höfischen Liebe. Alle diese Themen wurden in den Liedern aufgearbeitet. Auch die Zunft der Bader und ihrer Badehäuser fanden ihre Lieder und Erzählungen. Wer wusste schon, das damals beide Geschlechter die Badehäuser benutzten und oben in einigen Häusern auch eine Galerie für Zuschauer war. Ein weiteres Beispiel waren auch die vielen Marienlieder, die aus dieser Zeit erst im letzten Jahrhundert gefunden wurden verstaubt in Bibliotheken ruhend ohne je gesungen worden zu sein. Es war ein sehr gelungener Liederabend mit einem sehr abwechslungsreichen Programm.

Wer die Gruppe hören möchte, wird in Linz und Kaprun auf den Mittelalterfesten die Möglichkeit haben.

 

 

 

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