Imbolc oder Lichtmess

Imbolc oder Lichtmess?

Zum kletischen Ursprung dieses Festes wurde schon viel puplizeirt und ist einfach zu finden, wie etwa hier: http://www.jahreskreis.info/files/imbolc.html. Ich möchte lieber einen fast vergessenen aber dennoch volkstümlich lebendigen Aspekt dieses Tages aufgreifen: Mariä-Lichtmess

 

Das letzte Weihnachtsfest

Mariä Lichtmess ist das letzte Fest in der Weihnachtszeit. Das Datum berechnet sich vom 25. Dezember her. Zählt man vom ersten Weihnachtstag 40 Tage weiter, so kommt man zum 2. Februar. 40 Tage sind in der jüdisch-christlichen Tradition ein Zeitmaß, das sich auch in der 40tägigen Fastenzeit wiederfindet.
Nach jüdischen -einheitsvorschriften galt eine Frau 40 Tage nach der Geburt eines Sohnes als unrein und der Erstgeborene als Eigentum Gottes. Er musste vor den Herrn gebracht und mit einem Geldopfer ausgelöst werden. Die Mutter hatte dem Priester zwei Tauben zu übergeben. Auch Josef und Maria erfüllten diese Vorschriften.

Nach dem 2. Vatikanischen Konzil, wurde 1969 der Begriff des Festes von „Reinigung Marias“ zur „Darstellung des Herrn“ unbenannt. Traditionell werden bis zu diesen Tag die Christbäume in den Kirchen und in machen Haushalten entsorgt und die Krippen abgebaut.

Ein Brauch aus dem 10 Jahrhundert wird bis in die heutigen Tagen praktiziert: die Kerzenweihe.Bedenkt man das Späne und Kerzen lange Zeit die einzige Lichtquelle waren, erkennt man an der Tatsache das an diesem Tag die gesamten Jahresvorräte der kirchlichen und häuslichen geweiht wurden, die Wichtigkeit dieses Tages. Neben den alltäglichen Wachskerzen wurden auch Kerzen geweiht die eine besondere „Funktion“ hatten. Die Farben und Funktionen variieren von Region zu Region. Ich kenne noch die weißen „Seelenkerzen“, als Gedenken der Verstorbenen, gelbe Rosenkranzkerzen, schwarze Wetterkerzen und rote Adventkranzkerzen.

Mariä Lichtmess in der (katholischen) bäuerlichen Tradition

Nach dem die Bewohner der Bauernhöfe vom Kirchgang heimgekehrt waren wurde die Lichtmesssuppe verzehrt. Danach der Tisch abgeräumt, mit Weihwasser besprengt und die (kleinen) Lichtmesskerzen auf Sännen befestigt und zusammen mit diversen Wachsbildern auf den Tisch gestellt. Unter dem Tisch wurden extra Kerzen für die Verstorbenen entzündet und in machen Regionen auch eine Kerze bei der Türe….für die Reisenden und für die Kommenden und Gehenden.

Die Menschen des Hofes knieten vor den brennenden Kerzen und beteten den Rosenkranz solange bis die Lichtmesskerzen herunter gebrannt waren. Der Bauer hart meistens auch die Funktion eines „Vorbeters“ Eine der Lichtmesskerzen wurde oft in eine Laterne gestellt, mit der man „Rosenkranzbeeten“ in den Stall, Vorratsräume und auf das Feld ging.

Der Feiertag der Mägde und Knechte und Dienstboten

Der kirchliche Feiertag wurde in einer Jahreszeit gefeiert, in der die meisten Winterarbeiten getan waren, und die Bauernhöfe sich auf den Frühling, auf das neue bäuerliche Jahr rüstete. „Lichtmess – spinn vergess, ´s Radl hinter die Tür, die Hacke hierfür!“

Dies war die Zeit in der die Dienstboten, Mägde und Knechte ihre Arbeit (ihren Bauern) wechseln durften. Der ohnehin karge Jahreslohn wurde ausbezahlt und das „Dienstbücherl“ übergeben.

Viele der Knechte und Mägde hatten Kleintiere als persönlichen Besitz. Oft durften diese zum neuen Bauernhof nicht mitgebracht werden und wurden verkauft oder getauscht. Daraus entwickelte sich ein Kleintiermarkt (Ganglmarkt) der viele Funktionen hatte. Zum einen ein Stellenvermittlungsmarkt, da nach dem obligatorischen Kirchgang das ganze Dorf und die Bewohner der umliegenden Höfe auf den Beinen war, und Bauer und Gesinde sich suchten und fanden. Und zum anderen natürlich war der Markt natürlich auch ein Ort an dem man sich kennenlernen konnte. Nicht selten wurden Eheversprechen gerade zu Mariälichtmess gegeben. Und die Wirtshäuser des Dorfes waren übervoll. Aus machen Regionen sind wilde „Mariälichtmessgeschichten“ überliefert.

Zu Mariälichtmess konnten die Mägde und Knechte eine paar Tage „Jahresurlaub“ verbringen , da normalerweise vom 3. Februar dem ersten sogenannten Schlenggeltag bis zum 5. Feb. dem Agathatag Zeit war, zum neuen Dienstort, zum neuen Bauernhof zu kommen oder die Familie zu besuchen.

Neue Schuhe neue Liebe“…dieser Spruch entwickelte sich aus dem Umstand das es vor allem in der bäuerlichen Tradition weit verbreitet war den Knechten und Mägden als Teil ihres Lohnes ein paar neue (Arbeits)Schuhe zu bezahlen. Nur wurden nicht selten das Gesinde eines Hofes neu zusammengestellt, so das Liebschaften oft nur bis zu diesen Tag hielten oder möglich waren.

Brauchtum

Rosenkranzbeeten: Vor allem in den bäuerlichen Gegenden wurde beim gemeinschaftlichen Rosenkranz für jede anwesende Person eine eigene Kerze angezündet. Am Verhalten der Kerze (flackern, frühes erlöschen) wurde auf die Gesundheit und Glück der Person geschlossen.

Das tropfende Wachs der Lichtmesskerzen galt als besonders heilbringend, und wurde nicht selten über die zentralen Balken des Dachstuhles geschmiert. In machen Regionen wurden ein paar Tropfen Wachs auf eine Scheibe Brot geträufelt, um diese den Tieren des Hofes zu geben.

Handarbeit musste an diesem Tag niedergelegt werden, sonst würde es dem Hof Unheil bringen, vor allem musste das spinnen, als winterliche Tätigkeit beendet sein.

Für Sachleckermäuler gibt es in vielen Regionen noch immer den Krapfensonntag. Es werden besondere „Lichtmesskrapfen“ gebacken, die an die Kirchgänger verteilt werden. Mancherorts gibt es an diesen Sonntag vor den Kirchen Krapfenstanderln bei denen zu den Süßigkeiten auch hochprozentiger Punsch bereit steht.

Mariälichtmess als wichtiger Loostag

Wie alle markanten Tage des bäuerlichen Jahreszeitjahres war natürlich auch dieser markante Tag ein wichtiger Loostag, an dem versucht wurde am Verhalten der Umwelt auf die kommenden Monate zu schließen. Hier nur ein kleiner Auszug:

Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit. Ist es aber klar und hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell.”

“Ist’s zu Lichtmess mild und rein wird’s ein langer Winter sein.”

“Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit; ist es aber klar und hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell.”

Lichmess im Klee, Ostern im Schnee“

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