Der ewige Disput um Triest – Schloss Duino

Wer  nach Triest fährt und sich mit der Geschichte der Stadt beschäftigt kommt auch an Duino nicht vorbei. Auf einem Felsvorsprung liegt die malerische Ruine Duino immer noch beeindruckend obwohl viel zerstört wurde im ersten Weltkrieg, da sich hier eine der Hauptkampfgebiete befanden und die Ruine weiter zerstörten, die sich zu Zeiten von Otto Piper noch als wildromantische Ruine auf dem Felsen mit Kapelle, Apsis und Eingangstor zeigten. Einige der Zeichnungen hier zur Vorstellung der Wehrhaftigkeit der Burg.

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Die Burg war in der Tat in ihrer Wehrhaftigkeit einmalig durch ihre Lage. Von der Landseite musste erst ein kleiner Felsvorsprung überwunden werden, der in  ein sehr kleines enges Tor mündet, das beritten nicht durchquert werden konnte und auch nur einzeln bezwungen werden konnte. Es war aber nicht das einzige Tor auf dieser Seite. Von der Meerseite konnten Angreifer nur schmale enge Stufen, 23 an der Zahl, hoch vom Strand zur Burg gelangen, die wiederum in ein sehr enges Tor endeten, was nochmals durch ein zweites Tor in der Vorburg gesichert wurde. Zu Zeiten von Piper war die Apsis und die Kapelle mit wunderschönen Fresken gut erhalten.

Die Burg stammt aus dem 10. Jh. und war Sitz der Herren von Duino, auch von Tybein und war ein Ministerialgeschlecht an der oberen Adria. Ihre Lehen lagen in Istrien, am Kvarner, Rijeka sowie Friaul. In einer Urkunde werden um 1166 als Vasallen des Patriarchen von Aquileja bezeichnet. Die Funktion der Burg in der Triester Bucht war die entlang der Adria herschende Straße nach Istrien zu bewachen und die beliebte Handelsstraße für den Patriarchen zu schützen. diese Aufgaber erfüllten sie einvernehmlich mit den  Grafen von Görz. Im Jahre 1366 schloss sich Georg von Duino den Habsburgern an und erkannte sie als Lehensherren an. Ihre Lehen behielten sie allerdings. Die Herren von Duino unterstützten die Habsburger finanziell und militärisch, wofür sie in Kärnten die Herrschaften Bleiburg, Eisenkappel, Gurnitz, gutenstein, Rechberg und Wildenstein als Pfand erhielten. Das Geschlecht der Duino erlosch 1399 und deren Haupterben wurden deren Verwandten, die Herren von Walsee. Dieses Geschlecht hatte vier Linien der Familie, derer zwei um 1400 erlosch.

Die Burg hat auch seine weiße Dame, die sich, der Legende nach, eines schönen Tages von den Klippen stürzte(je nach Quellen). Verheiratet mit einem bösen Lehensherren von Duino wollte sie ihrem Elend ein Ende setzen und stürzte sich von diesen in die Fluten.  Die höheren Mächte hatten Erbarmen mit ihr und verwandelten sie im Fallen zu Stein und so ist sie bis zum heutigen Tage als verschleierte Dame aus Stein vor den Klippen zu bewundern.

Die Burg diente bis zum 14. Jh. auch als Wohnsitz der Herren von Duino, das dann in späterer Folge ab dem 14. Jh. in dem Schloss Duino, der Stammsitz der Fürsten von Thurn-Hofer und Valsassina wurde und heute der Stammsitz der Fürsten von Thurn & Taxis ist, welches Jahrhunderte das Triest am nächsten gelegene Lehen war und eine ständige Bedrohung der Kommune darstellte, was dazu führte, dass sich Triest freiwillig unter die Herrschaft der Habsburger stelle. Das Schloss verlor ab dem 17. Jh. an militärischer Bedeutung und verwandelte sich zu einem humanistischen Hof, der von Künstlern, Schriftstellern und Intellektuellen besucht wurde. Bekannt wurde Duino durch das Werk “Duineser Elegien” von Rainer Maria Rilke, der hier 2 Jahre lebte. Im ersten Weltkrieg befand sich das Schloss genau an der Front und erlitt schwerste Schäden, die on Raimonde, dem Vater des heutigen Besitzers mit großem Eifer behoben wurde. Der schöne barocke Hof vom Ende des 16. Jh. ist noch erhalten und zu bewundern, ebenso die Wohnräume zu Zeiten Rilkes. Im Schloss ist eine internationale Schule untergebracht und eine Pension, die Bed & Breakfast bietet.  Im Turml ist ein Militärmuseum, das einen spektakulären Blick von der Terrasse über die Bucht bietet:

Das Schloss ist von Triest aus gut zu erreichen mit dem Bus entlang der Küste und hat eine eigene Haltestelle.

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