Die zwölf heiligen Nächte

Räucherseminar im Germanenmuseum in Elsarn mit Merlin und Morgaine alias Margarete und Günther Lassi.

“Heid is d’ Rauhnacht, wer hids aufbracht-

a oida Mo is iwa Stiagn owa krocha-

hod se Bial und Boal o’brocha

Kropfa heraus, Kropfa heraus-

oder mia stechan a Loch ins Haus!

Nach den Weihnachtstagen kommt die Zeit der Rauhnächte. An diesen Tagen sollen besondere Dinge passieren, da das Band der diesseitigen zur jenseitigen Welt viel stärker ist als gewöhnlich.  Die 12 heiligen Rauhnächte symobilisieren die Wiederkehr der Seelen und das Erscheinen der Geister. die Tagen zwischen den Jahren eignen sich besonders für Zukunftsdeutungen durch Träume,  zum Räuchern der Wohnung oder zum Erkennen von Vorzeichen durch Orakel.  Die Rauhnächte sind vom 25. Dezember um 0.00 Uhr  bis zum 6. Januar, dem Dreikönigstag, um 24.00 Uhr. Früher begann die Zeit der Rauhnächte in der Thomasnacht auf den 22. Dezember.

Die Zeit “zwischen den Zeiten”, Rauhnächte genannt, sind eine Zeit der Stille, der Ruhe und Einkehr, bevor sich das Rad des Jahres wieder zu drehen beginnt.

Für die Bezeichnung “Rauhnächte” gibt es mehrere Herleitungen: Der Name kommt vom mittelhochdeutschen Wort “rûch” (zottig, struppig, haarig) oder “rau” von räuchern, Räuchernächte oder der umherziehenden rauen Gestalten.

In dieser dunkelsten Zeit des Jahres glaubte man IM NORDEN, dass Wotan mit seinem Gefolge, den 12 Wölfen, Raben oder Knochenmännern auf die Hatz, die “wilde Jagd” ging. Im Süddeutschen Raum ging die Percht mit Ihren pelzigen Gesellen mit schiachen Larven (Masken) um. sie zogen aus, um arme herumirrende Seelen zu holen und zu sich ins Reich der Toten mitzunehmen.

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So wurde in dieser dunkelsten Zeit des Jahres Tür und Tor verriegelt. Es gab Bräuche, indem den bösen Geistern Brot und Milch vor die Tür gestellt wurde, um sie zu besänftigen. Es ist bis heute noch Brauch, dass alle Arbeiten verrichtet werden müssen und keine Wäsche in dieser Zeit aufgehängt wird. Denn es könnte ja sein, dass sich in den Leinen einer der Geister verfing und dann….wurde im nächsten Jahr jemand aus diesem Haus geholt.  Zu dem Thema mischen sich alte mündlich überlieferte Bräuche mit den christlichen Bräuchen. Das 13. Monat war das Hexenmonat und auch die Zeit der Ordnung und Umsicht, auch sollte  kein Waschwasser herumstehen oder keine weisse Unterwäsche auf den Leinen hängen wegen der bösen Männer (Unholde)….auch die Frau Percht mit den zwei Gesichtern trieb ihr Unwesen. Wer zu diesem Thema mehr wissen möchte, wird fündig bei Sigrid Früh – Rauhnächte. Ein Buch das über Glauben und Aberglauben in dieser Zeit schreibt.

Die Menschen versuchten sich zu schützen mit Schutzzauber, Beifußbuschen, Symbolen und Amuletten um jegliches Böse fern zu halten. Zu diesem Zweck wurde auch geräuchert. Geräuchert wurde nicht nur, um die bösen Geister fern zu halten, es wurde in diesen 12 Nächten auch orakelt. So räucherte man am Abend für hellsichtige Träume. Jede Nacht der Zwölf stand für einen Monat des kommenden Jahres und entsprechend wurden die Träume gedeutet. Wobei erwähnt werden soll, dass diese Ergebnisse aus dem Unterbewussten kommen und daher von uns stammen, die oft aber verdrängt werden. Im besten Fall bekommen wir Zugang zu unserem “höheren” Selbst.

Bräuche zur Selbstfindung oder Wahrsagen

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  • Bibelstechen
  • Bleigiessen
  • Channeling
  • Delphi-Orakel
  • Eingeweideschau
  • Handlesen
  • I Ging
  • Kartenlegen
  • Kristalkugel – Lesen
  • Meterologische Phänomene
  • Nekromantie
  • Numerologie
  • Pendeln
  • Runenwerfen
  • Tierverhalten
  • Traumdeutung
  • Verbrennen -Rauch Flammen
  • Wasserzeichen
  • Würfeln und Werfen

Das Brauchtum während dieser Zeit ist vielfältig. Zahlreiche Heidnische Bräuche haben sich in der finstersten Zeit, der “Zeit zwischen den Jahren”, erhalten oder weiter entwickelt.

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Die Bräuche in der Kategorie Rauhnächte:

  • Glöcklerlauf
  • Heiliger Abend
  • Innviertler Maschkerer
  • Krupf Krupf
  • Nebelberger Rahnachtspiel
  • Perchtenbrauch
  • Perchtnacht oder Dreikönigsrauhnacht
  • Räuchern
  • Rauhnächte
  • Sandler Sagennächte
  • Silvester
  • Thomasnacht

Der Legende nach geht in den Rauhnächten Frau Percht um. Frau Percht oder Berchta als Frauengestalt, die halb Mensch, halb Gottheit sein soll und oft mit zwei Gesichtern dargestellt wird, prüft dem Volksglauben nach, besonders in der letzten, feisten und großen Rauhnacht die Sauberkeit in Haus und Hof.

Wahrsagen und sprechende Tiere

Angeblich sind die Rauhnächte auch für das Befragen von Orakeln geeignet. Im Silvesterbrauchtum wird dieser Glaube – wenn gleich in erster Linie aus Geselligkeit  – in Form des Bleigißens bis heute wieter gepflegt. Der Zwiebelkalender dient der Wetterprognose. Tiere im Stall sollen um Mitternacht mancher Rauhnächte die menschliche Sprache sprechen und über die Zukunft erzählen – wer die Tiere allerdings sprechen höre, sterbe unmittelbar danach.

Im 19. Jahrhundert galten die Rauhnächte für unverheiratete Frauen als eine Gelegenheit, um Mitternacht an einem Kreuzweg oder einem anderen magischen Ort ihren künftigen Bräutigam zu sehen. Seine gestalt erschien dann und ging schweigend vorüber, das Mädchen durfte sie weder ansprechen noch ihr nachschauen, weil dies den Tod bedeutet hätte (Bretagne, Wales, Schottland).

Räuchern zu den Rauhnächten

Zunächst geht es beim Räuchern um die Resonnanz des Geruches.

Mit Salbei wird erst gereinigt gegen den Uhrzeigersinn, dann folgen Beifuß, Wacholder, Eisenkraut, Angelikawurzel, Escheblätter, Hagebuttenschalen, Holunderblüte, Lavendel, Lorbeer, Mistel, Rose, Schafgarbe, Myhrre, Thymian und Weihrauch wegen des Geruchs.

Wer mehr zu diesen Themen wissen möchte, im Germanenmuseum werden nächstes Jahr Seminare zu diesen Themen angeboten.

Ich möchte mich für die Fotos bei Markus Wimmer und Imago Nuntius bedanken und natürlich bei Merlin und Morgaine, die sie nett waren mir auch noch eine Geschichte zu den Rauhnächten zu überlassen.

Die beiden Kursleiter erreicht Ihr unter www.numinosa.at.

 

 

 

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