Der heilige Stein – ein Klassiker der Vermarktung

WO: 48.791464, 15.970961

Im Grunde ist der “heilige Stein” ein zwei Meter langer Granitblock der ungefähr einen Meter aus den Boden ragt.  An der sichtbaren Oberfläche befinden sich 14 (!) Schalen die auch bei großer Trockenheit immer mit Wassser gefüllt sind. In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Quelle. Soweit zu den Fakten.

Ein idealer Kultplatz in einem alten Siedlungsgebiet….da dieser Ort schon nimmer von vielen Menschen besucht wurde, nutzten die frühen Kirchenväter dies gewinnbringend. Der Stein wurde “getauft”, und aus den “heidnischen” Besuchern wurden christliche Wahlfahrer, ein paar Legenden und Volksmärchen um diesen Platz und dessen heilendes Wasser verbreitet, und schon wurde aus der Quelle eine “Heilquelle”, und die “Heidenquelle” wurde zum “Marienwasser”.

Die “offizielle Legende” beginnt im Jahr 1647 mit einer wundersamen Heilung, worauf 1650 über der Quelle eine Kapelle (Maria am Stein) errichtet wurde, die die Entnahme des Wassers gewinnbringend “regelte” da sie vesperrt ist. Da aber scheinbar die alten Rituale rund um den “heiligen Stein” noch immer praktiziert wurden, wollte man den Stein 1709 zerstören, was man, aus welchen Gründen auch immer dann doch nicht tat. Wohlwissend über die Bedeutung des Ortes und die “Vermarktbarkeit”, da der Pilgerstrom immer mehr zunahm, baute man um 1750  in mehreren Ausbauschritten  eine größere Wahlfahrstskirche. Das Wasser der Quelle wurde in die Kirche geleitet, wo es von den Pilgern “entnommen” werden konnte…..nach der obligatorischen Pilgerspende. (…geomantisch: in der Ecke der Reste des rechten Kirchenbogens.)

Am 1. Mai 1785 musste die Kirche auf Befehl des Kaiser Josef II geschlossen werden. Das Inventar wurde auf die umliegenden Kirchen verteilt und das Gebäude abegrissen. …und dennoch kamen immer wieder Menschen zu diesen Ort, wobei die Zeit der “offiziellen” großen Wahlfahrten am 15. Juni und 2. Juli vorbei war. Die Statue der “gnadenvollen Maria mit Kind” aus dem 17. Jhdt kann in der Margaretakapelle in Mitterretzbach besichtigt werden.

1995 wurden die Fundamente der Kirche frei gelegt und restauriert. 1999 wurde der “Steg” rund um die Kirchenreste gebaut.Mittlerweile ist dieser Ort gut erschlossen, und ein sogenannter “Wünschelroutenweg” führt daran vorbei. Die “Stein-Kugel-Kette” ist neuen Ursprunges und wurde von Norbert Maringer gebaut.

Geomantisch ist der Ort sehr interssant:

natürlich der Stein selbst ….die Kapelle mit der Quelle ….unmittelbar vor der Kapelle, neben dem Zaun liegt ein Pechölstein (stark abladend)…..das Zentrum der Kugelkette…..die Reste der Wahlfahrstkirche: da die Kante der rechten Seite, und an der linken (unteren) Mauer der Felsen …..und völlig unbeachtet, aber dennoch sehr spannend der Bereich hinter dem “heiligen Stein”, den Hügel hinauf rechts zwischen den Büschen.

 

 

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