Burg Maidstein – CZ

WO:  Touristisch kaum erschlossen liegt die Burg Maidstein oder auf tsch. DÍVCI KÁMEN im Verwaltungsbezirk  Český Krumlov östlich des Ortes Holubov.

Parken: Im Ort Holubov und dann einen ca. halbstündigen Fußmarsch (1,5 – 2 km). Es wird dringend geraten, das Fahrverbotschild NICHT zu “übersehen”. Auf dem schmalen Weg gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten und man muss die Moldau 3x auf höchst abenteurlichen Übergängen überqueren. Also Wanderschuhe mitbringen!

Hinweis: scheinbar ist ein Anreise auch über den Weiler:  Vodácké Tábořiště – Dívčí Kámen, Holubov, 38203, Tschechische Republik möglich, der ein wenig nordöstlich des Burgberges liegt. Von dort würde sich der Fußweg erheblich verkürzen…ich weis aber nicht , ob die Zufahrt gestattet ist.

Eintritt: 50 Kronen…das ganze Jahr zugänglich. Der Eintrittsobulus kommt dem Burgverein der gerade die Burg saniert zugute.

Allgemein macht die Anlage einen sehr gepflegten Eindruck. Bei meinem Besuch im Sept. 2016 wurde an der Sanierung fleissig gearbeitet und Teile der westlichen Mauer waren eingerüstet. Besonders erwähnen möchte ich die findige Absperrungen und Absturzsicherung in der Anlage. Noramlerweise ist man ja besonders passend Stahlbetonelemente, verosstete Gitter und Gelegentlich auch Glasverbauten gewöhnt, aber auf Miadenstein hat man zu einem funktionalben, kostenfreien und vorallem schönen Element gegriffen. Weidenhölzer (!)…sehen sie selbst.

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Geschichte:

Am Fuß des steilen Burgfelsen fließt der Bach Křemežský in den “Fluß” Vltava. Diese hervorragende strategische Lage war schon im Bronzezeitalter bekannt. So ist es nicht verwunderlich das mächtige Geschlecht der Rosenberger an diesen Ort ein Grenz.- und Verwaltungsburg errichten wollte. Am 1. Juli 1349 erhielten die vier Söhne von Petr I. von Rozmberk, Petr II., Jost, Oldrich und Jan, von Kaiser Karl IV. die Erlaubnis, in einer Schlaufe der Moldau eine neue Festung zu errichten. Zitat aus der Urkunde: “eine sichere Burg im Königreich Böhmen, genannt in der tschechischen Sprache Dívčí Kámen, zu bauen, und sie mit den Wällen, Gräben, Türmen und anderen Befestigungen zu versehen”.

1350 -1383 wurde die Burg in zwei Bauetappen erbaut. Eine weitere Bauphase fand  in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts statt, so wurde die Vorburg auf der nördlichen Seite bis zu dem östlichen Palastturm verlängert und mit zwei mächtigen Bollwerken erweitert wurde. Heute kann man noch den 3 geschossigen Palas erkennen und bis zur heutigen Zeit blieben Fragmente des profilierten Fenstergewändes in den tiefen Nischen mit den Seitensitzen erhalten, im östlichen Palast befinden sich die Stuckrahmen der Fenster und der Türen.  An Beginn des inneren Burghofes kann man noch immer die Verankerungen der Türbolzen im Gemäuer erkennen.

1506: Die einstigen Bewohner der Burg waren schon lange zuvor ins modernisierte und zentralere Krumau gezogen. Burg Maidstein war unbedeutend geworden, und wurde bis 1506 nur mehr notdürftig instand gehalten. Aber die dafür nötigen Gelder wurden für den weitern Umbau von Burg Krumau gebraucht. So begann der Verfall der Anlage, bis zum unrühmlichen Ende als “Steinbruch” der umliegenden Bauernhöfe. Heute werde die Gemäuer wieder vom Burgverein saniert und gepflegt.

Eine Legende:

Der junge Rosenberger Jobst verfolgte eine Hirschkuh, die ihm bei dem hohen Felsen über dem Fluß Vltava auf einmal verschwunden ist. Statt ihr tauchte auf dem Felsen eine schöne blaße Jungfrau auf, an die Jobst sein Herz verlor. Das Mädchen glaubte seinen Liebesworten nicht, da ihnen keine Tat zugrunde lag. Als Beweis, daß sein Wort gilt, baute Herr Jobst auf dem Felsen eine feste Burg und nannte seinen Sitz Dívčí Kámen (Maidstein). Eine andere Sage erzählt, daß jene schlichte Hirtin den Herren von Rosenberg nicht erhört hat, aber der hat seine Liebe zu ihr bis zu seinem Tod im Herzen getragen und die Burg trägt die Benennung nach ihrem Steinherzen. Man erzählt auch, daß Herr Jobst die Burg für seine fünf Töchter als Versteck vor der weltichenVerdorbenheit bauen ließ. Die lästerlichen Zungen brachten dann in Umlauf eine andere Sage: Wenn Herr Jobst, ein unbändiger Liebhaber, verführter Frauen satt war, führte er sie zum Felsen und im passenden Moment hat er Sie vom Felsen in den Fluß hinuntergestoßen. Die Knochen der vielen Mädchen liegen bis heute auf dem Boden der Vltava, aber niemand wagte sich, den mächtigen Rosenberger vor Gericht zu bringen.

 

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