Burg Gars – die Zauberflöte

Die diesjährige Premiere erhält durchwegs sehr gute Kritiken der österreichischen Presse. Um den Standard zu zitieren : “Auf die mediterrane Tragödie folgt die deutsche Freimaureroper – oder streng formal Singpiel. In dem Mozart-Zauberstück werden seit 1791 Humanismus und der Pfad der Tugend im Gewand einer Wiener Vorstadtkasperliade auf breiten Bevölkerungsschichten nahe gebracht.”

Um das Stück zu verstehen und die Zeit zu verstehen, ist eine kleiner Ausflug in die Zeit von Mozart und Schikaneder wichtig. Mozart trat 1784 den Freimaurern bei und schuf mit der Zauberflöte das herausragenste Werk der freimaurerischen Thematik, welche die damalige Wiener Geistesleben des späten 18. Jh. bewegte und mit 21 freimaurerischen Werken ihren Ausdruck fand. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der freimaurerische Einfluss auch sein musikalisches Schaffen bestimmte. Die Zauberflöte gilt als das „Hohelied“ der Freimaurerei, die als Verherrlichung der freimaurerischen Humanitätsidee und der Menschenliebe gilt. Es wird vermutet, dass die Gestalt des Zauberers Sarastro, dem von ihm tief verehrten Ignaz von Born, ein Denkmal setzten wollte. Dessen Vortrag, über die ägyptische Mysterien, hat den Anstoß zur Entstehung dieses Werkes gegeben.

Zum Inhalt des Stückes:

Tamino ein Fürstensohn aus dem fernen Afrika wird von den drei Damen, Helferinnen der Königin der Nacht, vor einer Schlange gerettet. Kaum gerettet im fernen Land taucht Papageno, ein Vogelhändler auf, der ihm erklärt, er habe ihn gerettet. Alsbald tauchen die drei Damen wieder auf, hängen Papageno ein Schloss vor dem Mund, da er solche Lügen verbreitete. Tamino verliebt sich in das Bild der Pamina, Tochter der Königin der Nacht, welche vom „bösen Dämon“ Sarastro entführt wurde. Tamino wird der Königin vorgestellt und eilt sofort zur Rettung von Pamina, nachdem ihn die Königin ihre Tochter zur Frau verspricht. Papageno eher eine ängstliche Person, erhält von der Königin ein Glockenspiel, das ihn vor allen Gefahren beschützen sollte. Tamino erhält ebenso ein Instrument – die Zauberflöte. Drei Knaben sollen ihnen den Weg weisen. In Sarastros Burg wird Pamina von dem Sklavenaufseher Monostatos gefangen und festgehalten. Als Monostatos sie bedrängt, wird sie von Papageno gerettet. Während dessen trifft Tamino einen älteren Priester, der ihn über den tatsächlichen Sachverhalt aufklärt, nachdem ihm Tamino sein Anliegen vorgetragen hatte. Tamino erkennt, daß nicht Sarastro der der Dämon ist, sondern die Königin der Nacht Übles vorhat. Der verstorbene Mann der Königin hat Sarastro das Zeichen der Macht, den siebenfach Sonnenkreis vererbt und nicht und sie wollte nicht eher ruhen, bis sie es in ihren Händen hat.
Sarastro erkennt, dass Tamino und Pamina für einander bestimmt sind und möchte ihn nach bestehen von Feuer und Wasserprüfungen zum Priester weihen. Die drei Helferinnen der Königin erscheinen und versuchen Tamino in Versuchung zu führen, doch er bleibt standhaft. Auch sein Gefährte Papageno wird in Versuchung geführt durch ein hässliches altes Mütterchen, das sich am Ende nach bestandener Prüfung als Papagena entpuppt – seine Braut. Die Königin bestimmt ihre Tochter Sarastro zu töten und überreicht ihr den Dolch dazu. Papageno und Pamina verzweifeln und versuchen sich umzubringen und werden von den drei Knaben davon abgehalten. Mit Hilfe des Glockenspiels gelingen auch Papageno seine Prüfungen. Pamina eilt Tamino zur Hilfe und beide beschreiten gemeinsam den Weg der Gefahren durch Feuer und Wasser beschützt von der Zauberflöte. Die Königin gibt trotzdem nicht auf und überfällt mit Monostatos, der die Seiten gewechselt hat, die Burg um den Sonnenkreis zu stehlen. Dies wird vereitelt.
Es siegt die Stärke und krönet zum Lohn – die Schönheit und Weisheit mit ewiger Kron!“

Was die Zauberflöte von Mozart so besonders macht ist , ist ihr unterschiedlichen Theater- und Musikspiele. Man bezeichnete diesen Stil als Alt-Wiener –Zaubertheater, eine damals sehr populäre Form des Wiener Singspiels.

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