29. August – Ulrich von Hutten – erste Reichsritter

Am 29. August 1523 starb der Humanist und “erste Reichsritter” Ulrich von Hutten. Er stammte aus einem fränkischen Adelsgeschlecht und wurde am 21. April 1488 auf der Burg Steckelberg geboren. Obwohl er der erste Sohn seiner Eltern war, wurde er aufgrund seiner schwachen körperlichen Verfassung von ihnen für eine geistliche Laufbahn vorgesehen und ins Kloster Fulda gegeben. Im Rahmen seiner Ausbildung studierte Ulrich in Erfurt, Köln, Frankfurt an der Oder, Leipzig und Greifswald, wo er erste Kontakte mit Humanisten aufnahm. Schnell wandte er sich von dem für ihn geplanten Weg ab. 1511 verfasste Ulrich eine Schrift über die Verskunst (De Arte Versificandi), mit der er erste Erfolge im In- und Ausland erreichte. 1512 reiste Hutten nach Italien und setzte sein Studium in Bologna fort, welches er jedoch aus finanziellen und politischen Gründen (Italienischer Krieg 1511-1513) aufgeben musste. 1514 traf Ulrich in Mainz mit Erasmus von Rotterdam zusammen und tauschte sich mit ihm aus. Ulrich erhielt das Angebot einer Anstellung im Haushalt des Erzbischofs von Mainz, der ihn 1515 für weitere Studien erneut nach Italien sandte, von wo er allerdings nach zwei Jahren ohne Abschluss zurückkehrte. Kaiser Maximilian I. war in der Zwischenzeit auf den aufstrebenden Poeten und Gelehrten von Hutten aufmerksam geworden und zeichnete ihn am 12. Juli 1517 in Augsburg mit der Dichterkrone aus. 1518 verfasste von Hutten die Schrift “Ad principes Germanos ut bellum Turcis inferant”, mit der er die deutschen Fürsten dazu aufrief, sich gegen die Türkengefahr zusammenzuschließen. Ulrich wurde ein leidenschaftlicher Kritiker der Kirche, deren Verweltlichung er in seinen Mahnschriften anprangerte. Er schloss sich mit Franz von Sickingen zusammen, der ein Anhänger der Reformation war und setzte die öffentliche Kritik an den Zuständen in der Kirche fort. Dies mündete 1522/23 in den Ritterkrieg, der mit dem Tod von Sickingens jedoch schnell scheiterte. Ulrich von Hutten floh, von der Hinrichtung bedroht, in die Schweiz und suchte in Basel den Schutz seines einstigen Freundes Erasmus von Rotterdam, wurde jedoch von ihm nicht aufgenommen, sodass er weiter nach Zürich zog, wo er bei Ulrich Zwingli lebte.
Nur kurze Zeit später starb Ulrich von Hutten auf der Insel Ufenau im Zürichsee an einer Syphiliserkrankung, die er sich bereits zu Zeiten seines Studiums in Leipzig zugezogen hatte.

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