17. September – Hildegard von Bingen

Hildegard_von_BingenAm 17. September 1179 starb im Kloster Rupertsberg bei Bingen Hildegard von Bingen, bei der es sich um eine der wichtigsten Persönlichkeiten des Hohen Mittelalters handelt. Sie war Geistliche, Dichterin, Mystikerin, Ärztin, Kosmologin und gleichzeitig eine wichtige Instanz für die Herrscher ihrer Zeit.

Hildegard stammte aus einer edelfreien Famillie, ihre Eltern Hildebert und Mechtild gaben sie als Achtjährige an die Kirche. Sie wurde von der geweihten Jungfrau Jutta von Sponheim erzogen und lebte zunächst als Inklusin mit ihr am Kloster Disibodenberg. Die Klause wuchs stetig an, und nach dem Tod Juttas wurde Hildegard 1136 zur Magistra gewählt. Es kam aufgrund Hildegards recht eigensinniger Vorstellung vom Klosterleben zum Konflikt mit dem Abt den Klosters Disibodenberg, weswegen sie zwischen 1147 und 1150 ein eigenes Kloster auf dem Rupertsberg gründete, 1165 folgte aufgrund Platzmangels die Einrichtung eines Tochterklosters in Eibingen.

Bereits vorher hatte Hildegard Visionen, die sie göttlicher Herkunft sah. Ab 1141 begann sie damit, ihre Visionen mithilfe ihrer Vertrauten Richardis von Stade und einem Schreiber aufzuschreiben, woraus ihr erstes Werk Scivias Domini entstand.1147 erhilelt sie die päpstliche Erlaubnis, ihre Visionen zu veröffentlichen.

Hildegard war die erste Nonne, die öffentlich predigte und nahm dafür weite Wege auf sich, so sprach sie etwa in Bamberg, Metz, Trier, Köln und Mainz. Sie führte eine umfangreiche Korrespondenz mit geistlichen und weltlichen Würdenträgern.

Neben geistlichen Werken verfasste Hildegard auch medizinische Traktate und beschäftigte sich mit Pflanzen und Mineralogie. Sie benutzte dabei auch als Erste die volkstümlichen Bezeichnungen für Pflanzen anstelle der lateinischen. Zudem komponierte sie geistliche Gesänge.

Keines der Klöster, in denen HIldegard lebte und wirkte, existiert heute noch, lediglich die Klosterkirche des Klosters Eibingen ist als Pfarrkirche St. Hildegard erhalten geblieben. Dort befindet sich auch der Schrein mit ihren Reliquien.

Hildegard wurde bereits zu Lebzeiten als Heilige verehrt, nach ihrem Tod wurde ein Kanonisationsverfahren begonnen, jedoch nie abgeschlossen. Da dieses nicht unbedingt nötig für die Heiligsprechung war, gilt Hildegard trotzdem spätestens seit dem 16. Jh. als Heilige, ihr Gedenktag ist ihr Todestag. Am 7. Oktober 2012 wurde sie zu einer Kirchenlehrerin erhoben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hildegard_von_Bingen

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