Wehrkirche Spital bei Weitra

Pfarrkirche zum Hl. Johannes d. Täufer

Der Ort entstand etwa Mitte des 12. Jh. unter der Herrschaft der Kuenringer. Anfang des 13. Jh ging der Besitz an den Johanniterorden über. Dieser errichtete hier, an einem von Pilgern und Kreuzfahrern frequentierten Weg, dem sog. Böhmsteig, eine Herberge (Hospitalis), für die 1227 ein Spitalmeiter urkundlich erwähnt wird. 1298 bestätigen Leuthold und Albero von Kuenring den Johanniter ( seit dem 16. Jh. Malteser) sämtliche Besitzungen in Spital. Damals wurde die Kirche erstmals erwähnt, ist aber wesentlich älter sein etwa zu Beginn des 13. Jh. Der Malteser Kommende Mailberg war Spital bis 1995 inkorpert, nun untersteht sie als Weltpriesterpfarre der Diözese St. Pölten. (Weltpriesterpfarre untersteht keinem Orden).

Die schlichte romanische Ostturmkirche aus dem 13. Jh. wurde um 1400 durch einen einjochigen gotischen Chor erwietert, das unsprünglich flachgedeckte Langhaus nach den Zerstörungen durch die Hussiten um 1430/40 eingewölbt. Das Langhaus besteht aus einem barocken Westjoch mit Orgelempore und dem ursprünglichen romanischen Teil aus zwei Joche tragendem spätgotischen Kreuzrippen auf polygonalen Wandpfeilern. Das Ost joch ist kürzer und mit einem barocken Platzl gewölbt. Es könnte hier ursprünglich ein niedriges Vorchorjoch eingebaut gewesen sein. Die spätgotischen Fenster mit einfachen Maßwerknasen enthalten noch die orginalen eisernen Gitter.

Am stark eingezogenen Triumphbogen steht ein romanischer Grabstein mit Kreuzstabrelief, über dem Bogen hängt eine barocker Gnadenstuhldarstellung.

Das Chorturmjoch ist mit Fresken aus der Zeit um 1360 ausgemalt, die 1983 freigelegt wurden. die Darstellungen sind: an der Nordwand Maria als Teil einer Verkündigungs- oder Krönungsgruppe und die hl. Magreteh und Dorothea, darunter Reste einer Ölbergszene. An der Ostwand eine Kreuzigungsgruppe, flankiert von Johannes d. T. und Petrus, an der Sücwand weibliche Heilige, an der Triumphbogenlaibung der ungläubige Thomas und die Hl. Anna. Am Gwölbe der thronende Christus Pantokrator, umgeben von Engeln, den Evangelistensymbolen und den Sinnbildern von Sonne und Mond. Das Bemerkenwerteste an dieser Malerei, sie entstand in zwei Phasen, sind die Liebe zum Detail und die phantasievollen, perspektivisch nicht richtig angewandten Architektur-Versatzstücke wie Pfeiler, Friese, Baldachine, etc. Am Bogen zum Altarraum finden sich Rankenmalereien und die lebensgroße Darstellung der Hl. Bischöfe Wolfgang und Ferdinand. Sie dürften wie auch das Haupt eines Schmerzenmannes am Triumphbogen aus dem späten 17. Jh. stammen. Der Hochalter stammt aus der Barockzeit.

Die Kirche ist leicht zu finden. Wer nach Weitra fährt ist sicher schon an dem Schild mit der Abzweigung vorbeigefahren. Kurz vor Weitra links abbiegen nach Spital. Parkplatz ist vor der Kirche.

 

 

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