Tourdion

Der Tourdion ist ein historischer Spring-Tanz aus der Zeit der Renaissance im 6/8 Takt.
Dieses Trink- oder doch Sauflied? aus Frankreich, nach dem wir tanzen, wird dem Komponisten, Musikverleger und Buchhändler! Pierre Attaignant (1494 bis 1552) zugeschrieben.
Die Schlußfolgerung, die Melodie wäre ein Kunstlied und für die Haute Couture geschrieben und fein und sittsam und auch für unser Ohr lieblich (wie auf unsrer Tanz-CD) auf Fürstenhöfen, ähnlich dem des Schlosses Puchenau, dargebracht, ist zulässig.
Nach unsrer Choreographie aber denke ich mir, der Klang hat Eingang in die Tänze des einfachen Volkes gefunden. Auch der Text, wenn auch rekonstruiert, weist darauf hin:
Es werden zwar Gläser erwähnt, die sich wohl nur Adelige leisten konnten, in der zweiten Strophe aber Fässer, die geleert werden sollen. Fässer und nicht Flaschen und die bis auf den Grund. Die Auswirkung solchen Durstes zeigen zeitgenössische Gemälde. Nicht ohne Grund predigte Abraham a Santa Clara dem einfachen Volke: Der erste Trunk sei der des Durstes, der zweite der Lust, der dritte der Fröhlichkeit. Alle Trunke darüber seien von Übel.

II: He, der gute, kühle Wein
Macht alles kunter – kunterbunt sich drehen
Holt die Gläser schenket ein
Anjous und Arbois :II

II: Vivat! Singt und trinkt
Und leert die Fässer bis zum Grunde
Singt und trinkt mit uns den Wein
Schenket ein. :II

II: He, der gute, kühle Wein
Der kühle Wein wird uns erfreun. :II

II: Laßt die Weiber auf uns warten
Diese Nacht gehört dem Wein! :II

Eine für mich volksnahe Interpretation findet sich auf
http://www.youtube.com/watch?v=RrpQUg0hC8A
Eurer Schulmeyster und Gefolge

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