St. Anna im Felde

Wer die Kirche sucht wird in Pöggstall fündig. Die Kirche ist im Friedhof des Ortes und während der Landesausstellung offen. Was ich auch nicht wusste, Pöggstall wir das „Meran des Waldviertels“ genannt auf Grund seines milden Klimas, da der Ort auf einer Seehöhe von 462 m liegt und im Norden und Süden von 700 bis 900 m hohen Bergen umgeben ist.

Das Gebiet um Pöggstall gehörte ursprünglich zu der um 1050 gegründeten Mutterpfarre Weiten, die das gesamte Einzugsgebiet des Weitenbaches einschloss und vom Weinsberger Wald bis zum Jauerling reichte. Um 1135 übergab Gräfin Adelheid von Hohenburg-Wldberg dem Stift Kremsmünster den Ort „Pehstal“ was soviel heisst wie die Stelle, an der Pech gesammelt wird. An dieser Stelle soll ein Kloster entstehen. Zunächst wurde nur eine Kirche errichtet. Die Weihe dieses Vorgängerbaues der heutigen Kirche St. Anna im Felde erfolgte zusammen mit der Kirche Martinsberg durch den Passauer Bischof Reginbert 1140. Damals kam ein Teil der heutigen Pfarre Pöggstall zur Pfarre Martinsberg. Das Waldviertel und die Wachau gehörte bis zur Errichtung der Diozöse St. Pölten (1785) zum Bistum Passau.

Im 13. Jh. zogen die Maissauer die Kirche zu ihrem Gut und errichteten um 1300 eine stelbstständige Herrschaftspfarre unter ihrem Patrionat.Sie lieen den Chor und das Langhaus der Kirche neu ausschmücken und mit Fresken schmücken, die nach der Renovierung zur Landesausstellung wieder in neuem Glanz erstrahlen. Leopold II (1440) und Ulrich III. von Maissau (1406) errichteten dazu ansehnliche Stiftungen.


Um 1480 ließ Caspar von Rogendorf beim Schloss die Sankt-Gilgen-Kirche (hl. Ägidius) als Schloss-und Begräbniskirche errichten. 1494 erhielt unter ihm auch die Seitenkapelle, das Langhaus wurde zu einer dreischiffigen Halle mit gemauerten Säulen umgebaut.

Der katholische Priester Wolgang Nöther trat 1559 auf Drängen der Rogendorfer zum Luthertum über und so war Pöggstall das Zentrum des Protestantismus im südlichen Waldviertel.Da sich viele 1628 weigerten sich wieder zum katholischen Glauben wieder zurück zu kehren und wurde erst 1785 wieder selbstständig.
Interessant ist das Sterberegister, das au 1657 geführt wurde und auch die Hinrichtungen eingetrugen, welche auf Grund des 1521 verliehenen Rechtsfreiherrschaft. Dies bedeutete, das den Rogendorfern für ihr Landgerichte den Blutbann (Gerichtsbarkeit über Leben und Tod), erteilt wurde. 1822 wurde St. Anna im Felde aufgelassen, ausgeräumt und dem Verfall preisgegeben.

Interessant ist hier auch die gemauerten Beichtstühle.

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