Ruine Weißenberg

WO: Gemeinde Münichreith- Laimbach. Von Marbach an der Donau nach Münichreith abbiegen und dem kurvenreichen Weg folgen. Nach der Ortschaft Edelsreith rechts nach Kollnitz abbiegen. In Kollnitz links zum Sportplatz fahren. Dort besteht Parkmöglichkeit.

Vom Sportplatz aus den Weg nach Münichreith gehen und den westlichen Berg (!) ersteigen. Die Ruine befindet sich im Wald und vom Sportlatz aus kaum sichtbar.

Öffnungszeiten: Frei zugänglich.

Ruine Weißenberg ist eine der vergessenen Burganlagen des ruinenreichen Waldviertels, obgleich ihre Lage, nächst dem Ort Münichreith zwischen Pöchlarn und Pöggstall eigentlich nicht so abgelegen wäre. Viel mehr ist der Platz mit einer großartigen Aussicht gesegnet, der noch dazu an höchster Stelle zwischen Donautal und Münichreith zu sein scheint, wie eine spätere „Gegensichtprobe“ vom Fußmaisel (bei Oberndorf an der Melk) ergab.

Das aber ist kein Garant für eine bekannte Burgruine. Weder Hinweisschilder noch Wanderkarten geben ihre Stelle an und als wir beim Sportplatz aussteigen, sehen wir nur eine bewaldete Kuppe, ohne Mauerresten.

Nun gut, wir waren vorgewarnt und hatten sehr lange gezögert, diesen Ort auf zu suchen. Grund dafür war ein Gerücht, das ich 2014 erfuhr. Angeblich hätte ein LKW vor einiger Zeit die letzten Steine mitgenommen und somit aus der Ruine einen Burgstall gemacht, so hieß es.

Im Frühjahr 2017 bat ich Oliver Popelka (ruine.at) um eine Begutachtung der erzählten Situation, die sich als negativ erweisen sollte: Die letzten Reste der Burg waren noch da, das Gerücht war wohl eine gerade entstehende Sage.

Die letzten Reste…das ist ein Eckteil einer rechteckigen Mauer, wahrscheinlich der Rest des Turmes. Die Anlage selbst verblüffte uns aus zwei Gründen:

Erstens war die Lage völlig unspektakulär. Weißenberg liegt nicht auf einem Berg, sondern auf einem Ausläufer. Eine grundsätzlich etwas ungewöhnliche Lage.

Zweitens war neben dem Rest ein erhöhter Teil, der uns etwas seltsam vorkam. Seltsam im Sinne von mystisch. Ja diese Ruine hatte etwas Mystisches an sich, das war klar. Überhaupt liegt die Ruine in einer, erst kürzlich geschaffenen, Waldinsel, in welcher das Mauerwerk einen „herausragenden“ Part übernimmt. Das Ensemble wirkt etwas einsam, der vorbei ziehende Wind macht es aber zu einem ganz besonderen Ort. Einem mystischen Ort eben.

Ja Weißenberg ist mystisch. Auch wenn der letzte Mauerrest gefährdet erscheint und in Bälde doch gänzlich verschwindet, der Ort an sich ist beachtenswert.

Die Geschichte der Burg an sich ist etwas eigenartig. Die erste Erwähnung dürfte bereits für 1194 bekannt sein (die Quelle ist nicht mehr auffindbar!), zuverlässige Nachrichten gibt es aber erst seit 1268. Die Weißenberger, Herren der Burg, sterben im 14. Jahrhundert aus, ihre Burg wird dem Verfall überlassen.

Erst 200. Jahre später, 1560, findet sich ein gewisser Samson Prätzl am Ort ein. Ihm gefällt die Stelle so gut, dass er eine neue Burg (nun wohl eher Schloss) errichten lässt. Prätzl, seit 1558 Herr der Mollenburg, bleibt nicht lange Besitzer. 1578 geht die Herrschaft an Kaspar v. Lindegg, 1586 erbt dessen Sohn Matthias das Schloss. Kurzfristig gelangte die Burg offenbar an andere Besitzer, ehe 1632 wieder die Lindegg Herren sind. 1639 nennt sich Melchior von Lindegg nach Mollenburg, Weißenberg, Droß und Therasburg. Er hatte also vier Schlösser inne, von denen Weißenberg wohl das kleinste war.

Wie es zu dieser Zeit aussah, verrät uns Georg Matthäus Vischer. Seine Darstellung zeigt ein zweigeschossiges Bauwerk mit einem Turm (der in der Forschung als Torturm gewertet wird). Sein Weißenberg liegt auf (!) einem Hügel, darunter ein Dorf. Alleine dies weißt schon die Problematik vor, mit der wir bei Vischerstichen konfrontiert sind: Ungenaue Baudetails, Hügel, die es so gar nicht gibt, und Dörfer, wo wir nicht wissen, welches nun ist. In diesem Fall Kollnitz oder Münichreith. Da hier keine Kirche abgebildet ist, dürfte es wohl ersteres sein.

Zeichnung nach Vischer, 1672 ©DerSchoenleitner

1678 gelangt Weißenberg an die Grafen Starhemberg, deren Interesse an dem Schloss naturgemäß gering war. Weißenberg wurde aufgegeben und verfiel. 1818 kamen Ruine und Herrschaft an die Habsburger, die es mit der Herrschaft Persenbeug vereinigten. Nahezu alle Teile dürften als Steinbruch abgebaut worden sein. Der Wald übernahm wieder die Burg, auf den Wiesen rundherum wurden Ziegen geweidet.

Bald hieß es, dass hier eine „Weiße Frau“ herumgehen sollte. Einmal hütete ein Bauernmädchen seine Ziegenherde, als es die Anwesenheit einer Gestalt erfuhr, einer fremden Dame mit blassem Gesicht und sehr alter Tracht. Sie hielt eine Schürze mit beiden Händen hoch, als wäre etwas Schweres darinnen.

Die Frau sprach das Mädchen an: „Wenn du meine Schürze in die Kirche nach Münichreith tragen wolltest, könnte ich endlich erlöst werden. Sei aber nicht neugierig und schau nicht hinein, sondern lege die Schürze – so wie sie ist – auf den Hochaltar! Siehst du aber in die Schürze hinein, muss ich weitere hundert Jahre in dem öden Gemäuer meine Schätze hüten, die ich meinen armen Verwandten verweigert habe.“

…und ein Gesicht hat die Ruine auch…

Das Mädchen wollte den Wunsch erfüllen und ging mit der vollen Schürze nach Münichreith. Unterwegs betete es einen Rosenkranz nach dem anderen, um nur ja nicht in Versuchung zu kommen, in die Schürze zu sehen. Bis in die Kirche konnte es der Versuchung widerstehen, dann blickte es doch hinein und gewahrte- zu seinem Erschrecken- glühende Kohlen. Das Mädchen erschrak so sehr, dass es den Inhalt unabsichtlich zu Boden warf. Ein tiefer Seufzer erschallte im Kirchenraum.

Das Mädchen meinte später, alles nur geträumt zu haben, erzählte es aber der Mutter. Diese wusste sogleich, dass es sich nur um die Schürzenfrau handeln konnte. Diese musste nun wieder ein Menschenleben lang um den Ostrong wandeln, bis sie erneut erlöst werden kann.

Die Angabe, dass das Mädchen hier nur geträumt habe, können wir nicht Folge leisten, denn bei den Windverhältnissen (von Oliver Popelka bestätigt!), kann niemand hier wohl ruhig schlafen. Damit wenden nun auch wir uns wieder ab von der Ruine, in der Meinung, hier in einigen Jahren keine Mauerreste mehr zu finden, denn diese letzten sind auch schon recht morbid. Unser Blick fällt gegen Süden, wo das Mostviertel, mit seinem gebirgigen Vater, dem Ötscher, freudig herüber blickt. Ja, Weißenberg ist ein ganz besonderer Ort, soviel steht fest!

Der Weißenberg und seine Aura (Foto von Gratia von Schala)

Weitere Infos unter http://www.imareal.sbg.ac.at/noe-burgen-online/result/burgid/2344

An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an Oliver Popelka!

Weitere Fotos zur Ruine siehe auf seiner Seite ruine.at

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