Ruine Scharfeneck bei Mannersdorf

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Anfahrt: Über die Ostautobahn bis Ausfahrt Fischamend, dann über Enzersdorf, Götzendorf nach Mannersdorf (von Fischamend 18km). Weiter Richtung Hof-Donnerskirchen, nach etwa einem Kilometer beim Gasthof Arbachmühle befindet sich links der Parkplatz zur „Wüste“. Hier parken und lt. Plan über die beschilderten Waldwege, an der Kirche rechts vorbei zur Ruine Scharfeneck.
Öffnungszeiten
: Der Zugang zum Naturpark „Wüste“ ist kostenlos und jederzeit möglich. Ruine Scharfeneck ist offiziell gesperrt, der Zugang ist jedoch möglich.

 

Im Südosten des Wiener Beckens befindet sich noch heute eine der eindrucksvollsten Burgruinen des Landes. Zugeschrieben werden die mächtigen Reste einer Anlage, deren Nationalität – wie abstrus diese Bezeichnung hier auch klingen mag – bis ins 18. Jahrhundert umstritten war. Selbst der bedeutende Burgenkartograph Georg Matthäus Vischer (1628-96) hielt sie nicht in seiner Topografie fest, da sie damals noch nicht als österreichische Burg galt. Scharfeneck ist nämlich im transleithanischen Gebiet, das eigentlich als ungarisch galt. Doch hier sollte die Geschichte eine geografische Ausnahme machen.

Scharfeneck bei Mannersdorf kann nicht nur als Symbol der komplizierten Grenzpolitik gelten, sondern ist auch ein mittelalterlicher Prachtbau, der bis heute weit unter seinem Wert gehandhabt wird. Der Ruine wohnt ein „Dornröschenschloss’’-Zauber inne, wozu auch der die Mauern umrankende Efeu beiträgt.

Demnach ist es nicht verwunderlich, dass Scharfeneck auch den Namen ,,Efeuschloss’’ hat.

Selbst in einer Sage zur Burg spielt eben dieser Efeu eine wichtige Rolle. So soll ein jagdlustiger Ritter eines Tages von einer Pirschtour nicht mehr heimgekommen sein. Da er jedoch auch ein rechter ,,Leutschinder’’ war, soll seine Seele noch heute um die Burg geistern, bis aus eben jenem Efeu eine Wiege gezimmert werden kann. Dem nicht genug, muss auch dann das Kind, wofür man diese Wiege geschaffen hat, Priester werden. Eine solche Erlösung ist also nur sehr schwer zu erlangen, immerhin ist sie dem Rauhenecker Burggeist Thurso gelungen, der ein ähnliches Geisterschicksal erlitten hat. Da heute Wiegen eher aus Plastik sind, die Kirche aufgrund haarsträubender Missbrauchsfälle einen Massenaustritt erlebt und außerdem die Beschädigung von Waldgut bestraft wird, sind die Chancen des Scharfeneckers recht schlecht.

Wie bei allen Sagen gibt es auch hier einen wahren Kern. Er betrifft den der Jagd. Burg Scharfeneck, so abgeschieden und ,,vergessen’’ sie heute erscheint, diente als Jagdschloss der ungarischen Könige. Es mag paradox erschienen, dass man eine Grenzfeste für solche Vergnügungen auswählte, doch eben diese Grenze war im Spätmittelalter eher nur mehr der Form halber da. Sowohl drüben und herüben waren die Burgherren dieselben, ebenso wie das Volk und die Sitten.

Scharfenecks Geschichte ist der beste Beweis dafür. Angeblich soll schon um 1000 hier eine Wehranlage gestanden sein, die urkundlichen Zeugnisse setzten jedoch erst sehr spät ein.

1386 kommt der Name erstmals urkundlich vor, allerdings für ein gleichnamiges Geschlecht, von der Burg selbst ist keine Rede. Die Scharfenecker hatten umfangreiche Besitzungen in Ungarn und waren auch mit dem damaligen König Sigismund von Ungarn, der auch deutsch-römischer König war, bekannt. 1390 erlaubte dieser ihnen ihre Burg und Herrschaft an wen auch zu geben, insofern keine Entfremdung ungarischen Territoriums gegeben war.

1408 sind die Scharfenecker in Erbstreitigkeiten rund um die Herrschaft Trautmannsdorf beteiligt. Der eigentliche Erbe war zunächst in türkischer Gefangenschaft, kehrte jedoch unerwartet heim und rächte sich an den Scharfeneckern, die bald danach ausgestorben sein dürften.

Neuer Besitzer wurde König Sigismund. Auf seinen Auftrag hin wird Scharfeneck nach englischem und französischem Beispiel umgebaut. In ganz Österreich wurde keine andere Anlage nach derart weit entfernten Vorbildern gebaut. Damit ist Scharfeneck ein Unikat.

Gleichzeitig änderte sich auch die Rolle der Burg. Abgesehen von ihrer Funktion als Grenzfeste nutzte man sie nun als königliches Jagdschloss.
Ob Sigismund der eigentliche Besitzer von Scharfeneck war, wird von manchen Forschern in Frage gestellt. Zu dem kommt noch die Tatsache hinzu, dass die ungarische Forschung, die Scharfeneck aufgrund ihrer Geschichte als ungarische Feste sieht, andere Schwerpunkte und Ergebnisse vorweist als die österreichische. Eigenartigerweise wird in dieser König Sigismund nicht einmal erwähnt.

1417 war die Burg wieder in privaten Händen und sollte in Folge sehr oft den Besitz zwischen Österreich und Ungarn ändern.

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, als Österreich und Ungarn gegeneinander Krieg führten, wechselte Scharfeneck – wie viele andere Burgen – mehrmals die Seiten. 1459 übergab Kaiser Friedrich III., der sich in Güssing zum König von Ungarn krönen ließ, die Burg an die Grafen von St. Georgen und Pösing, die jedoch zu Parteigängern des ursprünglichen ungarischen Königs, Matthias Corvinus, wurden.

Dieser verpfändete die Burg wiederum an einen gewissen Ulrich von Grafeneck, Herr auf Aggstein und Etzendorf, der bekanntermaßen öfters die Seiten wechselte. Die Burg hieß nun ,,Ecleszeg’’.

1491 wurde sie von Maximilian I erobert und blieb landesfürstlich. Wie alle Habsburger Burgen wird auch sie oftmals verpfändet, kaum jemand war jedoch an der Erhaltung der Feste interessiert. Der Verfall begann.

1555 schlug ein Blitz in den Bergfried ein, der damit auf 10. Meter schrumpfte. Erst danach entschloss man sich zu einer Restaurierung.

Doch die kaiserliche Kommission kam zu dem Beschluss, der halb verfallenen Burg ,,nur’’ 1000. Gulden beizusteuern, den Meierhof, der dem Burgherrn als Residenz diente, dagegen mit 3000.Gulden zu besehen. Als nun der vorherzusehende Fall eintrat, dass die Kosten der Burg bei weitem größer waren als vereinbart, wurde erneut eine Kommission mit der Causa betraut, die dann zum Schluss kam, dass es besser gewesen wäre, wenn man die 3000. Gulden in die Burg investiert hätte.

1644 gründete Kaiserin Eleonore, Witwe Ferdinand II., unterhalb der Burg an Stelle des Meierhofes ein Kloster der unbeschuhten Karmeliter. Der Name lautete
St. Anna in der Wüste. Rund um das Kloster entstanden nun sieben Eremitagen (zwei sind beim Aufstieg zur Ruine zu sehen, eine liegt sogar direkt am Weg) und eine Mauer, die mit der Burg verbunden war.

Doch diese Schutzvorrichtung konnte nicht die Zerstörung des Klosters anno 1683 durch die Osmanen verhindern. Scharfeneck wurde noch einmal in ein kriegerisches Ereignis hineingezogen und belagert. Erobert konnte sie zwar nicht werden, doch brachen in der Burg, in der sich bis zu 3000. Menschen aufhielten, Seuchen aus, denen ein Teil der Eingeschlossenen zum Opfer fiel.
Nach 1683 wird Scharfeneck endgültig zur Ruine. Das Kloster wurde 1783 aufgelassen und verfiel ebenfalls.

Lediglich die Kirche und die Gebäude rundherum wurden als Bauernhof genutzt. Scharfeneck versank in einen 200jährigen Dornröschenschlaf und kein Prinz kam. Erst 1984 wurde es teilweise wachgeküßt, als auf dem Gelände ein Naturpark entstand, der den etwas eigenartigen Namen ,,Mannersdorfer Wüste’’ trägt.

Ruine Scharfeneck ist heute im Besitz der ,,Österreichischen Bundesforste’’. Offensichtlich haben diese kein Interesse an der Anlage, wodurch Scharfeneck zwar einerseits sein Aussehen als ,,Dornröschenschloss“ bewahren konnte, andererseits die Ruine jedoch verwahrlost und heute offiziell gesperrt ist. Von einem Besuch muss aus Sicherheitsgründen abgeraten werden.

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