Ruine Niederaggstein

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WO: Gemeinde Schönbühel- Aggsbach. Auf der B 33, der Süduferstraße bis nach Aggstein. Einfach der Beschilderung zur Ruine Aggstein folgen! Im Ort selbst parken (beim großen Parplatz) und den Wanderweg zur Ruine Aggstein nehmen. Der Wanderweg führt direkt durch die Ruine.

Das klingt nun einfacher, als es ist. Beim Wanderweg gibt es immer wieder steinmauerartige Gebilde, am Besten kann man sich an einen von links kommenden Weg orientieren. Dieser Weg (!) führt dann zu einem Teil der Ruine. Dabei gilt es, den Burgraben zu überqueren.

Der zweite Teil befindet sich direkt neben dem Wanderweg (!), gegenüber dem von links kommenden Weg.

Öffnungszeiten: Frei zugänglich. Im Sommer verwachsen.

Wer heute den steilen Steig zur Ruine Aggstein bezwingen möchte, ahnt wohl kaum, dass er oder sie durch eine weitere Ruine wandert. Zwar sind immer wieder kleine Mauerreste sichtbar, ob diese allerdings tatsächlich zur Ruine Niederaggstein gehören, bleibt aber ein Rätsel. Eines von vielen…

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Denn obwohl die Lage zur Aggstein eine geschichtliche Symbiose erahnen lässt, ist Niederaggstein bis heute eine Sache für sich. Es fängt mal damit an, dass die beiden Reste, ein rechteckiges „Festes Haus“- vom restlichen Bereich durch einen Graben getrennt- und ein Rundbau, dessen Bedeutung sowie Alter sich  nicht ganz klären lässt, kaum als „eine“ Anlage gesehehn werden kann, da baulichen Zusammenhänge nicht zu finden sind. Dadurch sind auch diverse Versuche, die Geschichte zumindest von bauhistorischer (oder archäologischer) Seite zu rekonstruieren, reine Hypothesen.

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Älterer Forschungs- Ansichten gingen von einem Bestand im Hochmittelalter aus. Möglicherweise wurde die Burg um 1200 errichtet und etwa 100. Jahre später wieder aufgegeben, ein Grund dafür könnte in den Streitigkeiten zwischen Kuenringern und Landesfürsten liegen (1231 und 1296), vielleicht saß hier aber auch der zwischen 1256 und 1316 (!) genannte „Perthold von Ackstein„, mit dem 1256 erstmals der Name Aggstein auftaucht.

Nun taucht der Name Niederaggstein aber erst 1447 in den Quellen auf, jedoch wird hier keineswegs eine Burg genannt: In diesem Schzriftstückverkauft Abt Erhart von Niederaltaich mit Bewilligung des Herzogs von Bayern und des Passauer Bischofs dem Prior von Aggsbach ihren Zehent zu Aggsbach, „Nidern Ackstain“ und „auf den hoven auf dem Ackstain“ (zum Link gehts hier). Mit „Nidern Ackstain“ wird hier der Ort gemeint sein, kaum die Burg, da die Urkunde sehr wohl zwischen baulichen Einheiten trennt (daher „auf den hoven…„).

Ein ähnlich fragwürdiges Bild liefert der Altdorfer- Holzschnitt von 1511, auf den angeblichIMG_7483 Aggstein dargestellt ist ( „Der Hl. Georg tötet den Drachen Technik„, siehe hier). In diesem Holzstich ist unterhalb der Burg ein bedachtes Gebäude dargestellt, das auf der einen Seite nur mit Brücke erreichbar ist, während im Vordergrund eine Tür in den Abgrund führt. Welche Bedeutung dieses Gebäude auch immer gehabt hat, es passt zwar von der Lage her, allerdings ist nur ein Gebäude abgebildet, vom Rundbau ist nichts zu sehen. Womöglich handelt es sich hierbei um ein Vorwerk, der den Weg zur Burg Aggstein absicherte, wofür auch die Brücke sprechen würde. Wenn Niederaggstein 1511 bestand, muss es gemeinsam mit Aggstein aber wieder 1430 durch Scheck vom Wald neu errichtet worden sein, wofür es aber keine baulichen Beweise gibt (es sei denn den Rundbau, was aber noch nicht erforscht wurde!). Hat der Bau bis 1511 bestanden, so dürfte er im 16. Jahrhundert verfallen sein (eventuell haben ihn die Osmanen 1529 zerstört), spätere Hinweise- etwa auf den Namen- fehlen.

Soweit die geschichtskundigen Daten. Was aber, wenn Niederaggstein gar keine Burg an sich war, sondern Teil einer längeren Befestigungsanlage zum Schutz der Burg Aggstein. Altdorfers Ansicht liefert dazu einen Beweis. Noch dazu sind die beiden Reste ja nicht die einzigen ihrer Art, es gibt nördlich der Ruine Aggstein noch weitere Mauerreste. Was es mit diesem System wirklich auf sich hat, müssen wir zukünftigen Erforschungen überlassen. Derzeit wird der Rundbau als ehemaliger Kalkofen angesehen. Wir dürfen gespannt sein…

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Weiterführende Links

http://forum.burgenseite.com/viewthread.php?tid=339

http://www.imareal.sbg.ac.at/noe-burgen-online/result/burgid/2405

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