Ruine Kronast

WO: Neumarkt im Mühlkreis. S10 bis Neumarkt oder Lest, dann B 125 von Lest nach Kronast. In Kronast beim Tennisplatz
Parken: Alternativ gibt es auch beim Bauernhof neben der Ruine einen Parkplatz (mit Vorbehalt!). Vom Tennisplatz ist die Ruine in Richtung Südwesten weglos zu ersteigen, vom Bauernhof aus nach Norden, hinter einem weiteren Haus (Überquerung des Privatgrundsückes erforderlich und daher nur mit Rücksprache empfehlenswert!) möglich.

Die Ruine selbst ist frei zugänglich.

Kronast gehört heute zu jenen Ruinen des Unteren Mühlviertels (bis 1779 Schwarzviertel), die zwar privat und vor Ort eher unscheinbar sind, aber dennoch in vielen touristischen Führern zu Burgen in Oberösterreich als lohnendes Ziel vorgeschlagen werden. Um so erstaunlicher ist es, dass kein offizieller Wanderweg dorthin (sehr wohl aber unweit vorbei) führt und die Anlage von Privatgrundstücken umgeben ist, wo eine Frage zwecks Betreten des Grundstückes empfehlenswert scheint.

Lediglich von der Abhang-, Nord- und Waldseite her ist sie frei zugänglich. Kein Schild erzählt ihre Geschichte und so ist der Dornröschenschlaf trotz erstaunlicher Vermarktung noch immer gegeben.

Die Geschichte beginnt mit der Vision, im Rodungsgebiet eine relativ komfortable Burg zu errichten und einem Streit.

Dazu muss man wissen, dass Kronast keine hochmittelalterliche Burg, keine, für diese Region typische Rodungsburg war und auch von keinem Ritter an sich gebaut wurde. Nein, es war der Riedmarker Landrichter, Friedrich Schrautolf aus Freistadt, der 1333 vom Landesfürsten die Erlaubnis erhielt, die kleine Anlage, die man eigentlich nicht einmal als Burg bezeichnen kann, zu errichten.

Kronast war eigentlich nur ein größerer Wohnturm, bestenfalls eine Kleinburg, die, um wehrfähige Bedürfnisse zu befriedigen, auf einem Hügel errichtet wurde.

Soweit so gut. Es gab aber ein kleines Problem. Schrautolf hatte zwar vom Landesfürsten die Erlaubnis erhalten, sich hier einen Ansitz zu errichten, der Grund gehörte aber dem Stift Sankt Florian. Und genau diese Partei hatte Schrautolf nicht gefragt. Damit konnten die Streitereien beginnen. Schrautolfs Plan wäre fast gescheitert, denn dem Stift war ein derartiger unbesprochener Burgenbau auf eigenem Grund freilich nicht Recht. Schrautolf wurde zur Kasse gebeten und musste ein Gut, die Neidhartshub (1334) genannt, und zehn Pfennige als Dienst bezahlen. Eine damals eher geringe Summe, bedenkt man, dass ein Bauernhof etwa 50. Pfennige kostete, eine Seelenmesse bis zu 100.

Die Anlage trug 1334 bereits den Namen Kronast, später aber auch den Namen des Errichters und wurde als „turri Schrautolfi“ 1377 von Hans Lasperger gekauft.

Lasperger war ebenfalls ein Kleinadeliger, der sich in dieser Gegend durch größeren Besitz einen Namen machte. Schon kurz nach dem Kauf begann er mit der Errichtung der Burg Dornach.

Unklar ist das Ende der Burg:

In der Zeit der Hussitenkriege wurde Kronast angeblich zerstört, darauf deuten auch die roten Steine in der Burg hin.

1455 gehörte sie aber Caspar von Alharting, der bereits einen Bauernhof (Piberhofen) als Herrschaftsmittelpunkt angab. 1508 war Kronast ein landesfürstliches Lehen, 1527 wurde die kleine Burgherrschaft mit der Herrschaft Weinberg vereinigt. Kronast wird in Folge nicht mehr erwähnt, erst 1602 ist von einem „öden Stöckl“ die Rede.

Heute ist die Ruine ein ruhevoller Ort, nur manchmal kommen Burgenforscher, Wissenschaftler oder Mittelalterfans zu ihren Mauern, so auch vor kurzem bei der Mittelerdewanderung 2017.

http://www.burgenkunde.at/oberoesterreich/kronast/kronast.htm

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