Schloss Holic – das vergessene Schloss von Franz Stephan I. in der Slowakei

Schloss Holic oder früher Weißkirchen genannt, ist das Schwesterschloss von Schlosshof im Marchfeld und liegt in der Slowakei. Wer die Mittelalterdarsteller von Agentur Hector kennt und abonniert hat, wird öfters vom Mittelalterfest in Schloss Holic bzw. Rotenstein, was der Festname ist, gelesen haben.. Weshalb ich darüber schreibe? Das Mittelalterfest in wirklich sehr gut organisiert und wer sich für Kampfsport und Falknerei interessiert sollte unbedingt das Fest besuchen, da die Vorführungen ein sehr hohes Niveau haben. Was noch ein Grund ist ist der bedauernswerte Zustand vom Schloss, daß in viel liebevoller Arbeit wieder restauriert wird mit dem Geld der Stadt was von Veranstaltungen einnimmt.  Das diese notwendig sind zeigen die Fotos.

Zum Schloss:

Das Schloss hatte zwei Blütezeiten – eine im Mittelalter als Festung und dann zu Zeiten Maria Theresias und Franz Stephan I., der wiederum für die Finanzen der Habsburg Dynastie zuständig war und aus dem Schloss einen Musterbetrieb der modernen landwirtschaftlichen Grundsätze der Zeit einrichtete. Franz Stephan I. erwarb das Schloss 1736 und verbrachte sehr viel Zeit mit hier mit seinem Tross von ca. 100 Bediensteten die zwischen den beiden Gütern pendelten. Hier hatte er auch Webereien und stellte Porzellan und Majolika-Keramik (zinnglasierter Ware oder Fayence, die zweimal gebrannt wird) in Betrieben her. Durch sein Finanzgeschick wurde er zum mehrfachen Millionär. 

Die Stadt wurde 1205 wurde erstmals als Wywar schriftlich erwähnt und war ein ungarisches Lehen, welches nach dem Aussterben der Stibor von Stibowitz im Jahre 1438 von Kaiser Albrecht II. an Kasper Schlick gegeben wurde. Dieser Stibor war nach den Thronkämpfen um den ungarischen Thron von Sigismund von Luxemburg 1388 mit großen Besitztümern und hohen Ämtern reich belohnt worden und war beispielsweise der Lehnsherr des Komitats Pressburg, später auch von Trencin, Mitra und Bandska Bystrica. Zwanzig Jahre nach seinem Erscheinen in Ungarn gehörte ihm die fast die gesamte westliche Hälfte der heutigen Slowakei und er bezeichnete sich selber als ganzen Waag-Gebiets, der längste Fluss des Karpatenbecken mit 403 km Länge insgesamt. Nebenbei war er auch noch zeitweise der Herzog von Siebenbürgens und Mitglied de Drachenordens. Er wurde auch der kleine König der Slowakei bezeichnet. Sein Sohn starb 1434 und die Besitzungen fielen an die ungarische Krone zurück.

Das Mittelalterfest in Schloss Holic ist am 30. – 31.05.2020 und liegt kurz nach der Grenze Ecke Slowakei – Tschechien.

 

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