Jägerstein und Ägidikirche

Adresse:

Wall Johann Ägidius, Hohenstein 2, 4209 Engerwitzdorf…wobei mit Hohenstein 2, der Bauernhof der Familie Wall gemeint ist. Die Kirche befindet sich hier: 48.305405, 14.432349

Parken:

unmittelbar vor der Kirche

Wandern:

hier ist der Link: http://www.engerwitzdorf.gv.at/index.php/ct-menu-item-4/ct-menu-item-12/wanderwege

 
Der Jägerstein und die Kirche

 

Ein einzigartiger etwas versteckter, aber sehr interessanter Ort, der schon zahllosen Generationen als Kult.-Opfer und Andachtsort gedient hat. Ein steil abfallender Felsen, der oben einen einfach zu erreichenden Felssporn bildet, bietet sich förmlich als Kultort an. Ein seltsamer kraftvoller energiegeladener Ort, der auch heute noch von der einheimischen Jägerschaft (Jägerstein) für Feldmessen genutzt wird.

Funde (Faustkeile) aus den frühen 1980er Jahren lassen auf eine prähistorische Besiedlung schlissen. Wann genau und wer den Burgstall am Hohenstein (=Heiliger Stein) erbaute ist unbekannt. In einem Dokument von 1342 wird die Gegend erwähnt. Von einem Burgstall ist darin keine Rede (mehr), wahrscheinlich wurde dieser längst aufgegeben und ist verfallen.

Den der Burgstall hat als Baumaterial der frühgotischen Ägidikapelle gedient, die bereits im 14. Jh. erweitert wurde und 1519 zu ersten mal erwähnt wird. 1680/81 wird die Kirche barockisiert.

Und seit 1768 ist die Kirche im Privatbesitz des „Pfingstbauern am Hohenstein“, heute Familie Wall.

1955 wurde neben der Kirche, am eigentlichen Kultort, von der Engerwitzer Jägerschaft der sogenannte Jägerstein errichtet. Heute noch werden jedes Jahr am 2. November zu Hubertus Feldmessen abgehalten.

 

Ägidius von St-Gilles

Da dies Kirchlein dem heiligen Ägidi geweiht ist möchte ich hier kurz die Legende von diesem Heiligen erzählen. Dieser Heilige war im Mittelalter äußerst beliebt und nicht wenige Kirchen und Kapellen wurden ihm geweiht.
Die Legende will es, das Ende des 7, Jahrhunderts ein wohlhabender griechischer Kaufmann all seinen Besitz den Armen verschenkt hatte, sich in ein Boot begab und sich den Elementen preis gab. Er wurde an der Küste der Camargue an Land getrieben. Dort, am Rande eines Sumpfes lebte er zunächst als Einsiedler von der Milch einer Hirschkuh gesäugt. Der Westgotenkönig Wamba (historische Person) war in in der Gegend auf der Jagd, und wollte just diese Hirschkuh erlegen. Die Hirschkuh floh zum Einsiedler Ägidi, der sich schützend vor sie warf. Des Königs Pfeil traf den frommen Einsiedler und verletzt ihn schwer. König Wamba wollte Busse tun, und auf Verlangen Ägidis lies der König in Saint-Gilles-du-Gard um das Jahr 680 ein Kloster erbauen. Ägidi leitete das Kloster als Abt. Noch im selben Jahr wurde der König von seinem Nachfolger Ervigius zum abdanken gezwungen.
Anmerkung: Eine genaue historische Faktenlage ist schwierig, da gerade in dieser Zeit und von späteren Generation viel gefälscht und verklärt wurde.
In der katholischen Kirche wird der Heilige als Schutzpatron der Jäger, Hirten, Gastwirte und Bogenschützen verehrt. Er wird auch als einer der 14 „Nothelfer“ angerufen. Seine Fürbitte wird angerufen bei Aussatz, Krebs, Irrsinn, ehelicher Unfruchtbarkeit, bei Dürre, Sturm, Feuersbrunst, Unglück. Menschenfurcht, in großer geistiger Not und Verlassenheit, für eine gute Beichte, von stillenden Müttern, von Krüppeln. Im Übrigen ist Ägidi der einzige Nothelfer der nicht den Märtyrertod gestorben ist.
 

Der heilige Hubertus

„Nimm, du Gsell, den grünen Bruch  und beherzige Hubertus´ Spruch: Das ist des Jägers Ehrenschild, dass er beschützt und hegt sein Wild. Weidmännisch jagt, wie sich´s gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt.“
 

 

 

Ein Spruch vieler Jäger, vor allem der Jungjäger wenn sie zum ersten mal ein Stück Wild weidgerecht erlegt haben.
Das Geweih mit den leuchtendem Kreuz in der Mitte ist wohl das bekannteste Symbol der Jagd. Es wird dem Heiligen Hubertus zugeordnet und ziert nicht wenige (alkoholische) Konsumgüter und Kleidungsstücke.
Was hat nun diesen Hubertus ausgezeichnet das er nicht nur als Heiliger und Fürbitter verehrt wird, sondern auch im Hier und Jetzt allgegenwärtig scheint, und man muss nicht unbedingt Jäger sein, um Hubertus Symbole zu sehen.
Als historische Persönlichkeit wird ein Hubertus von Toulouse im Jahre 655 geboren. Er heiratet eine Floribana von Löwen, die bald darauf im Kindbett stirbt. Als Ablenkung von seinem Schmerz ist der junge Hubertus beinahe ununterbrochen auf der Jagd, und vor allem, so verkündet es die Kirchengeschichte, an Sonn.- und Feiertagen. Bei einem dieser sonntäglichen Jagden stellt Hubertus wie immer dem Wild nach. Solange bis sich ihm ein weißer Hirsch in den Weg stellt. Schon will Hubertus ihn erlegen, als er das leuchtende Kreuz zwischen dem Geweih sieht und eine mahnende Stimme vernimmt, lässt er voll Ehrfurcht sein Tun und verspricht von nun an ein gottgefälliges Leben zu führen.
Er legt alle seine weltlichen Ämter ab, lässt sich zum Priester weihen und pilgert nach Rom. Im Jahre 700 wird er zum Bischof von Maastricht ernannt. 727 stirbt Hubertus von Toulouse, Bischof von Mastixstrauch. Schon bald nach seinem Tod wird Hubertus verehrt. Die Heiligsprechung erfolgte schon am 3. November des Jahres 743. Bis heute ist diese Verehrung als DER Schutzpatron der Jägerschaft ungebrochen, und ich kenne kein Revier das nicht zumindest einen Hubertusbildstock hätte, die meisten Reviere haben ohnehin eigene Hubertuskapellen als Ausgangspunkt der Jagden, zur Präsentation und für Feldmessen.

Ein paar Bilder von der Ägidikirche:

 

Bilder vom Jägerstein und dem eigentlichen Kultplatz

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