Hrad Poresin- die kleine Burg Poresin in CZ

Die Ruine der Burg Poresin befindet sich auf dem engen, dicht bewaldeten Felsvorsprung des linken Ufers von dem Fluss Malse, etwa 7 km nördlich von der Stadt Kaplice. Die Ruine ist von der Strecke Linz – CZ Budweis oder Gmünd – Cesky Krumlov ausgeschildert. Der Parkplatz ist nur im Ort möglich, da bei der Ruine kein Parkplatz ist. Der Gehweg beträgt ca. 15 min. und bei der Gabelung der Wege den mittleren Weg entlang.

Die kleine Burg Poresin ist eine interessante Rarität im südböhmischen Burgenbau des 14. Jh.. Zum Unterschied zu den anderen Burgen, die sich mit einem gewaltigen Wohnturm als Palas brüsteten, ist der Schlüsselpunkt der Wehrelemente von Poresin eine Umfassungsmauer, eine Mantelmauer, die typisch für die mährischen Burgen war. Der Eintritt in den inneren Teil der Burg schützten zwei Vorburgen und drei breite Quergraben, die das Betreten der Burg nur von der Nordwestseite durch das Haupttor ermöglichten, dessen Reste noch sichtbar sind. Der Zugang zur Burg wurde durch vier weitere Tore erschwert, die sich in den einzelnen Vorburgen befanden. Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich der zweistöckige Palast, der durch eine Querwand in zwei Teile unterteilt war. Von dem Palast steht heute nur der nordöstliche Teil, der in Richtung Burghof samt den Seitenwänden. Von den anderen Seiten sind nur noch Reste der Mauer übrig. Aus de heute noch mit Trümmern verschütteten Erdgeschoß ist ersichtlich, dass die Räume nur durch den Burghof mit einem hölzernen Außengang erreichbar waren. Über den Hauptzimmern befanden sich einzelne kleine Kammern.

Die Burg wurde wahrscheinlich von Bavor III. von Strakonice zwischen dem 13. – 14. Jh. gegründet. Der Herrensitz von Poresin wurde bereits 1315 von Bavor an die Brüder Verner, Racek und Pribik von Vitejovice abgetreten, welche die Vorfahren des Geschlechts der Herren von Poresin waren. Durch den Tod von Markvart von Poresin, zu Beginn des 15. Jh. ist die direkte Linie der Porensiner Herren ausgestorben und der Besitz wurde von ihrem Verwandten Hroch von Marsovice beerbt. Um 1534 verkauften seine Nachkommen die Burg an Ulrich II. von Rosenberg. Ulrich befürchtete, dass die Kalixtiner sich der Burg bemächtigen können und befahl sie nieder zu reißen. Seit dieser Zeit blieb sie als Ruine erhalten.

Wie auf vielen Burgen gibt es auch Sagen und Legenden zu Burgen:

Auf dem gewaltigen Felsblock über dem Fluss Malse gab es eine Vertiefung in der sich die Räuber, die auf der Burg Poresin siedelten, sich das Blut abwuschen, damit sie Burg mit sauberen Händen betreten. Dieser Felsblock nannte man „die blutige Schale“. Der Herr von Poresin hat mit seiner Räubertruppe die Wagen der Händler auf dem Handelsweg nach Österreich überfallen. Die Sage erzählt, ddaß nach der Eroberung von Poresin der Raubritter auf dem Birnbaum gehängt wurde. Eine andere Version besagt, dass er bei dem jenem Felsblock geköpft wurde und sein Kopf in die Vertiefung als Nahrung für die Raben diente. Seit dieser Zeit geistert der böse Ritter von Poresin nachts in den Ruinen der Burg herum, da er keine Ruhe fand.

Anmerkung am Rande:

Die Ruine befindet sich auf dem Burgen- und Schlösserweg von der Maltsch zur Donau und von der Greinburg aus an der Burg Clam, Kreuzen und anderen Burgen und Ruinen bis in die Tschechei weitergeführt. Über die österreichischen Burgen haben wir zum Teil schon geschrieben.

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