Filialkirche zum Hl. Sigismund in Schwallenbach

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Die Filialkirche (Tochter oder Nebenkirche) von Schwallenbach gehörte zum großen Besitzkomplex des Klosters Niederaltaich, was ca. 350 km in Bayern liegt. Die Kirche wurde bereits vom Karl dem Großen gestiftet. Es bestand eine enge Bindung an die Stiftsverwaltung und die Pfarre in Spitz. So hat ein kleines Adelsgeschlecht aus Spitz diese Kirche direkt bestiftet und dotiert. Über dem Nordtor  sind zwei Wappenreliefs mit Kette und Schloss erhalten und weisen auf die gegenseitige Abhängigkeit von Lehensherr und Lehensritter hin. Seit Ende des 13. Jh. gab das Kloster die Herrschaft den Herzogen von Bayern zu Lehen, die sie 1504 an König Maximilian I. abtraten.

Die Kirche wird erstmals 1419 erwähnt und zeigt auffallend ausgeprägte Merkmale ihrer gotischen Entstehungszeit. So ist der gemauerte Spitzhelm des Turms eine besonders für die Wachau kennzeichnende Bauform der Spätgotik. Die Kirche ist dem hl. Sigismund, dem legendären König von Burgund, der um 500 lebte, geweiht. Er wurde vom Frankenkönig besiegt und mit seiner Familie in einem Brunnen ertränkt. Das Altarbild vom Hl. Sigismund wurde vom Kremser Schmidt im Jahre 1767 gemalt. Das Messnerhaus stammt aus dem 12. Jh. ebenso das Schloss.

Der Ort ist durch die Sage vom Ritter von Scheck von der Ruine Aggstein bekannt. Neben der Kirche ist die Burg der von Schwallenbach und der Junge Edle wurde vom bösen Raubritter von Scheck gefangen gehalten. Als ein paar Gefangene die Flucht gelang und nach Wien eilten um Hilfe zu holen, wollte der Ritter nicht mehr warten und den jungen Adeligen vom Rosengartl stossen. Dieser bat sich noch die Zeit für ein Gebet zur Glocke von Schwallenbach aus und nach dem Enden der Glocke könne er ihn hinabstossen. Nur die Glocke aus dem fernen Schwallenbach hörte nicht mehr zu läuten auf und die Hilfe aus Wien mit Hauptmann Georg von Stein stürmten inzwischen die Burg und befreiten den  Adeligen und jagten den Ritter von Scheck mit Schimpf und Schande von der Burg.

 

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