Ein Tag bei der Sanierung auf Ruine Falkenstein

Wenn man viele Burgen und Ruinen besucht, so weiß man, dass die Sanierung dieser Anlagen sehr oft sehr umfangreich sein kann. Was aber hinter einer wirklich sorgfältigen Sanierung steht, wird nur dann sichtbar, wenn man selbst die Hand anlegt und mitmacht.

Dieses Erlebnis haben wir letzten Samstag erprobt: Schon lange stand eine Einladung im Raum, aktiv an den Sanierungsarbeiten an der Ruine Falkenstein im Rannatal teil zu nehmen.

Mein erster Besuch auf Ruine Falkenstein erfolgte 2014. Damals hatte die Ruine noch leichten Urwaldcharakter, ABER auch damals wurde bereits eifrig saniert!

Falkenstein liegt heute sehr versteckt und wirkt verlassen, was nicht immer so war und nicht immer so ist, wie wir merken sollten.

Eine bewegte (und mittlerweile neu erforschte) Vergangenheit lässt sich in den Geschichtsbüchern zu dieser Burg finden. Doch vor etwa 300. Jahren wurde die Burg großteils dem Verfall überlassen, lediglich das Torhaus blieb als Wohnung für das herrschaftliche Jagdpersonal in Verwendung. Nachdem die letzten Waidmänner 1912 dieses verlassen hatten, schritt auch hier der Verfall rasch voran. Einhundert Jahre später begannen Matthias Koopmann und einige Freiwillige mit der Sanierung der Ruine. Seitdem sind viele Arbeitsstunden vergangen, viele Mauern gesichert und viele Helfer haben unermüdlich großartiges geleistet.

Die Situation hat sich merkbar geändert. Ruine Falkenstein Ann0 2018.

Als Historiker mit abgeschlossenem Studium der Geschichte habe ich grundsätzlich kaum Ahnung vom Mörteln und Maurern, geschweige denn von einer mustergültigen Sanierung an sich. Mein „Hobby“, Burgen zu besuchen, kam und kommt dieser Materie freilich schon näher, nicht zuletzt dadurch, dass ich schon einige Negativbeispiele sowie wenige Positivbeispiele besucht habe.

Aber besuchen, ja sehen an sich ist nur ein geringer Teil, man muss schon selbst es einmal „die Hand anlegen“ und helfen, so meine Grundintention.

Und dann- letzten Samstag- war es soweit: Um 9. Uhr traf ich mich mit Matthias Koopmann sowie seinem grandiosen Team, das mittlerweile eine große Erfahrung aufweist. Neben mir gab einen zweiten Neuzugang, der sich sofort als sehr geschickt erwies.

Zunächst wurde im alten Meierhof der Ruine der Mörtel hergestellt, dazu gab es eine Einführung in die Mörtelkunde. Das Verfahren an sich ist mittlerweile erprobt- zahlreiche Versuche mit verschiedenen Baumaterialien, wie etwa Lehm (!)- haben sich als unzureichend erwiesen.

Meister Matthias Koopmann blickt auf die gerade entstehende Mörtelmasse.

Nachdem die Mörtel fertig war, galt es, zum Einsatzort zu gelangen und das eigentliche Verfahren der Sanierung zu erlernen. Nun also ging es an das Mauerwerk an sich, das grundsätzlich aus Bruchsteinen besteht, zwischen welchen die ältere Mörtelmasse heraus zu kratzen war. Dieses besonders umfangreiche Unterfangen sollte für mich zur Hauptbeschäftigung werden, während die „restlichen“ Helfer neben dieser Tätigkeit auch mit dem Mörtel das Mauerwerk wieder verfestigten.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Frau Claudia Pfahl bedanken, die anstelle von Matthias Koopmann (der am Nachmittag verhindert war) mir (bzw. uns- meiner Freundin und mir) mit größter Geduld die Grundregeln zum Sanieren erklärte. In der folgenden Bildreihe werden einige Methoden gezeigt:

 

Dankenswerterweise duldete sie auch unsere Pausen, die manchmal etwas länger waren, da wir uns freilich auch den berühmten Wasserturm angeschaut haben, der etwas versteckt auf das fleißige Sanieren blickt und im besten Falle (wohlgemerkt im besten Falle) den durch Hitze erschöpften Restauratoren in seinem tiefsten Geschoss eine feuchte und kühle Erfrischung anbietet (was aber derzeit leider nicht der Fall ist, da die Quelle ausgetrocknet zu sein scheint).

Unser Fazit: Das (genaue) Sanieren einer Burgruine kann man in Falkenstein sehr eindrucksvoll erlernen, man benötigt aber dafür sehr viel Geduld und Zeit (über das Können an sich mag jeder urteilen wie er will)!

PS.: Da wir lieber helfen als interviewen wollten, bringen wir hier eine- im „Essenbereich“ angebrachte, allgemein gültige Tafel, die womöglich so ziemlich alle Fragen beantworten kann, die man (oder frau) bei einem Interview Herrn Koopmann stellen würde.

Über den Humorgehalt dieser Tafel mag jeder selbst urteilen, ich für meinen Teil bin jedenfalls froh, dass hier sein Gesicht über meine/unsere Sanierungstätigkeit nicht abgebildet ist. Aber das ist wohl eine andere Geschichte…

Falls Ihr/ Sie an einer Sanierungsteilnahme interessiert sind/ seid:

20. – 23. Juli (Fr – Mo)

03. – 06. August (Fr – Mo )

25. – 27. August (Sa – Mo)

31. August – 3. September (Fr – Mo)

07. – 10. September (Fr – Mo )

14. -17. September ( Fr – Mo )

Anmelden können Sie sich per Mail über stadtfuchspassau@aol.com ,

telefonisch über +49 (0) 851-45892

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Koopmann
Erhaltungsverein Ruine Falkenstein
stv. Obmann
Projektleiter Burgsanierung
Lindental 46c
D-94032 Passau
+49 (0) 851 – 45892
www.stadtfuchs-passau.de

 

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