Dunkle Geschichten aus dem Alten Wien

Der beziehungsreiche Titel ist das Thema einer Spaziergangs durch das alte Wien abseits der  Walzerseligkeit auf die düsteren Pfaden der Stadt. Vom Treffpunkt bei der Mölker Bastei gings los zu den tiefen Kellern der Stadt, die bis zu 7 Stockwerk tief reichten, da Wien oft belagert wurde, war ein weitläufiges Kellersystem in Wien die einzige Möglichkeit sich zu schützen. In den Kellern waren auch Pferdeställe und hatten mehrere Zugänge. Einen dieser Keller durften  wir im Laden des Trachtengeschäfts Tostman besuchen.

Das ist allerdings nicht das einzige Ladengeschäft, auf deren Geheimnisse man stößt beim Umbau desselbigen. In einen anderen Wiener Geschäft fand der Besitzer ein römisches Skelett bei Ausgrabungen und da die Stadt Wien bereits genug „Römer“ hatten, blieb der Ladenbesitzer auf seinem Fund „sitzen“ und legte eine Glasscheibe darüber und schon war der Römer integriert in die Wiener Neuzeit. Von der Mölker Bastei, die ihren Namen von Stift Melk hat, das dort Besitzungen hatte, ging es zur Lederergasse vorbei am Dreimädelhaus, Beethoven Haus, der ja insgesamt 60 mal umgezogen ist in seinem Leben zur Schuhmanufaktur Reiter, das in früheren Zeiten eine Schmiede war. Die Schmiede war Ort eines grausamen Verbrechens und Teile der Leiche eines jungem Dienstmädchens fand man im Abluftrohr Abzugskanal bzw. was der Schmiedgeselle, der ihr Freund war, noch überließ. Zuerst wurde der Torso gefunden und später die anderen Körperteile.

Die Geschichten wurden früher auch von Sängern in Reimen dem einfachem Volk zur Unterhaltung vorgetragen oder gesungen.

Einige dieser Lieder hat auch der bekannte Wiener Schauspieler Helmut Qualtinger gesungen und mit diesem Lied sind wir in die Bankgasse gekommen, gegen Ende des 14. Jh. ein grausiges Verbrechen ereignete. Genau an dieser Stelle steht heute das legendäre Cafe Central(Bäckerei von Leonhard Reisner war gegenüber in der Bankgasse). Ein Wandergeselle Bartholomäus aus Regensburg hat die ganze Bäckersfamilie mit dem Gesellen und Dienstmädchen ermordert und ist mit dem Geld nach Regensburg verschwunden. Der Mörder war schnell gefunden und nach Wien überführt worden, wo er vom damaligen Stadtrichter Laurenz Hutendorfer zum Tode verurteilt wurde und auf Grund seiner Grausamkeit gepfählt wurde und zur Besichtigung der Bevölkerung ausgestellt. Da der Scharfrichter nicht sehr routiniert war dauert dies an die 5 Std. was alles an alten Notizen belegt ist. Der Kopf des Sünders wurde aufbewahrt und ist im heutigen Kriminalmuseum in Wien zu sehen.

 

 

Viele der alten Häuser sind nicht mehr, da viele Häuser gegen Ende des zweiten Weltkrieges zerbombt wurden. Die Bestrafung fand auf der Gänseweide statt, die im heutigen 3.Bezirk  – Landstrasse liegt.

 

Normalerweise fanden dort die Menschenverbrennungen statt – was damals nur an Hexen und Juden vollzogen wurde. Der Hohe Markt mit der Schranne und dem Wiener Stadtgerichtshaus existiert heute nicht mehr in der Form, da im letzten Weltkrieg viel zerstört wurde.

Es dürfte sich etwa beim Hyatt Hotel (an dieser Stelle befand sich der alte Babenberger Hof) befunden haben. Der Galgen dürfte in etwa beim heutigen Brunnen gestanden sein. Die blutigen Spuren ziehen sich weiter durch Wien. Selbst im 18. Jh. wurde ein stadtbekannter Wiener Lebemann namens Zahlheim aufgrund seiner grausamen Tag gerädert.

Er war mit allen Prominenten seiner Zeit befreundet und gut bekannt, einige berühmten Gemälde stellen ihn mit seiner illustren Rund dar.

Seine Leiche wurden dann auf dem Rad liegend auf einem Hügel (Rabenstein- wo heute der Schlickplatz ist) ausgestellt, bevor er allerdings auf das Rad gebunden wurde, wurden ihm noch die Knochen gebrochen um in durch das Rad zu fädeln. Diese Hinrichtungen waren in Wien ein Großereignis und zu solchen fanden sich um die 200.000 Wiener Schaulustige ein und debattierten die Fachkenntisse der jeweiligen Henker. Der Kopf des Sünders wurde aufbewahrt und ist im heutigen Kriminalmuseum in Wien unter dem Namen „Zahlheimschädel“ zu sehen. 

Die Henker hatten in den Jahrunderten unterschiedliche Stellenwerte. Früher wurden sie ausserhalb der Stadtmauern verbannt durften nur wieder ihresgleichen heiraten. In einem Wiener Wirtshaus gegenüber des Gerichts hatten sie ihre eigenen dreibeinigen Sitze und ihre Krüge waren angekettet, damit sie kein anderer benutzte, da sie ja unrein waren und Unglück brachten. Wieder ganz anders war das in der Neuzeit im vorherigen Jahrhundert, da waren sie die Popstars von Wien und bekamen körbeweise Liebesbriefe.

Was heute uns etwas skurill erscheint war, daß die Leichenteile Glücksbringer waren und sich die Besucher an den Leichen bedienten und so mancher Finger im Geldbeutel verschwand. Ebenso war früher das Leichenfett ein guten Mittel zum Einreiben gegen Bronchitis. Dies ist nur ein kleiner Einblick in die dunkle Welt des Alten Wiens.

Die nächste Führung „Dunkle Geschichten aus dem alten Wien“ findet am 24. März statt, sowie im April, Mai, Juni,

September und Oktober jeden Samstag um 11 Uhr.

die Tour ist unter www.wienwien.at oder www.wolflingseder.at zu buchen. 

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