Die Maurerluck’n von Kendl_ Von einem Maurer, der lieber in Höhlen wohnte und einem wunderschönen Kanal

Zufahrt: Die A 1 bis Pöchlarn, dann B 1 bis Erlauf, dort links in Richtung Breiteneich und Petzenkirchen. Bei der Abzweigung nach Petzenkirchen gerade aus nach Kendl fahren.

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Parken: Nach der Linkskurve beim Dorfhaus. Von dort führt ein Weg zur Erlauf, diesen nehmen und geradeaus zum Wald bzw. zur Hubertuskapelle. Vor dieser führt eine kleine Brücke links über den Kanal. Gleich danach rechts zur Höhle, daneben führt rechts die Stiege zur Maurerluck’n.

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Am 11. Jänner anno 1854 wurde der Petzenkirchner Kaplan Johann Fahrnberger zu einem Sterbenden gerufen, dem er die Heiligen Sakramente geben sollte. Fahrnberger nahm daraufhin die Sakramentsdevotionalien und eilte nach Kendl, einem kleinen Ort gegenüber von Petzenkirchen. Doch Fahrnberger beabsichtigte nicht ein Haus in Kendl zu betreten, sondern eine Höhle!

Denn dort lag der sterbende Maurermeister Christoph Zrenner.DSC07347

Zrenner, ein Maurermeister, der in einer Höhle wohnt. Ein Wiederspruch in sich? Keinesfalls eine normale Begebenheit, das steht außer Zweifel. Nun, Fahrnberger musste die eisigen Stiegen emporsteigen, ehe er das kümmerliche Lager betrat, in dem der Maurermeister lebte. Und dort lag Zrenner.

Später notierte Fahrnberger, dass Zrenner am 11. Jänner an „Schlagfuß“ gestorben sei. Als Alter gab er „79“ an, Zrenner wurde für seine Zeit also einerstaunlich alt. Beigesetzt wurde er am 13. Jänner.

Christoph Zrenner ist der Namensgeber für die Maurerluck’n, einer kleinen Höhle südlich von Kendl, die bis heute so manchen „Höhlenfan“ begeistern mag. Zrenner, der Maurer, der anscheind nicht gerne in gemauerten Räumen lebte. Eine interessante Persönlichkeit, die bald auch im Volksmund für so manche Geschichten hervor brachte.

So soll er angeblich dadurch zu Tode gekommen sein, weil er zuvor mit seiner Frau gestritten habe, sie hDSC07351inuntergestürzt hätte und dann „nachgfallen“ sei. Diese Mär wird aber durch den Toteneintrag Fahrnbergers negiert.

Eigenartig ist die Umgebung der kleinen Höhle. Der Ortsname Kendl bezieht sich auf „Kanal“ und tatsächlich gibt es einen solchen Kanal, der erstaunlicherweise in den Boden „hineingearbeitet“ wurde. Nahezu geradlinig läuft er unterhalb der Höhle zum Ort, um dann in die Erlauf zu entwässern. Dieser „Kanal“ dürfte für eine oder mehrere Mühlen errichtet worden sein, die es heute nicht mehr gibt, aber seit dem Mittelalter aus diversen Dokumenten bekannt sind. Die Höhle darüber dürfte zunächst- wie Fohregg- als Fluchtort gedient haben, wenngleich die größe äußerst begrenzt ist. Unterhalb der Maurerlucken gibt es noch zwei weitere Höhlen, eine ist zugänglich, die andere verschlossen und durch ihre Lage am Kanal isoliert. Daneben befindet sich eine Hubertus- Kapelle.

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Die Höhle unter der Maurerluck’n

Interessant sind an der Maurerluck’n zwei Dinge:

DSC07386Zum einen der Aufstieg: Zur Höhle gelangt man nur über, in den Fels gehauene Stiegen, die teilweise sehr steil sind. Auf diesen Wege dürfte auch der Kaplan Fahrnberger zum sterbenden Zrenner gelangt sein.

Zum anderen die Innenbemalung:

Hier haben sich einige „Künstler“ betätigt, auch dürfte die Höhle öfters als „Übernachtungsmöglichkeit“ gedient haben. Ein Kunstwerk sticht da besonders hervor: ein aus der Felswand heraus gearbeiteter Kopf mit einer Flamme auf der Stirn. Ob das vielleicht der Geist Zrenners sein soll? 😉

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Wohl kaum. Eher ist es das Werk eines Künstlers, der sich hier viel Mühe gab. Generell prägen seltsame Bemalungen und Gravuren diese kleine Höhle und nur die wenigsten wirken harmonisch.

Wann sind diese „Fresken“ entstanden?. In der Höhle befindet sich bis heute eine (benutzte) Decke und eine Zeitung, deren Datum „Oktober 2013“ lautet. Somit konnte ein archäologischer Nachweis für die Entstehungszeit gefunden werden…

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Literatur

Karl Lukan, Alte Welt im Donauland (1996), Seite 31- 32.

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