Die Grafen von Raabs

In diesem Artikel wird es um ein Grafengeschlecht gehen, das im 12. Jahrhundert in Nürnberg sowie im Grenzraum zwischen Österreich und Mähren wirkte. Als „Grafen von Raabs“ sind sie sowohl in Chroniken, Kaiser- sowie in diversen Klosterurkunden zu finden.

In ihrer Funktion als Burg- und „Grenz“- Grafen übten sie zwei unterschiedliche Positionen aus, die auf den ersten Blick kaum kombinierbar erscheinen.

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Auch in der „Bärenhaut“ im Kuenringerstammbaum wird den Raabsern gedacht. Hier befindet sich das Wappen von Nürnberg.

Es beginnt in Raabs…

Wir schreiben das Jahr 1100. In Znaim, einer kleinen Ortschaft mit Burg, umgeben von dichten Wäldern hoch über der Thaya, wird die Hochzeit zwischen Bořivoj II., einem Bruder des böhmischen Herzogs Břetislav II. (der noch im gleichen Jahr ermordet werden sollte), also eines Přemysliden, und einer Schwester Markgraf Leopolds III., Geberga, zelebriert, als ein Bote mit einer dringenden Nachricht vorstellig wird. Die Nachricht ist von einem Gottfried, der sich gerade in einer äußerst misslichen Lage befindet und dringend um Hilfe bittet. Seine Burg wurde von Lutold von Znaim, einem Vetter von Břetislav,  besetzt, er, Gottfried, der dieser Besetzung zugestimmt hatte, wurde aber nun verjagt. Man bitte den Herzog von Böhmen dringend um Hilfe, ist dieser doch ein Gegner Lutolds und mit diesem Gottfried durch einen einen „antique amicitie federa“ verbunden. Nun aber muss Gottfried den Herzog um Hilfe bitten. Der Herzog von Böhmen überlegt überraschend kurz, entsendet eine kleine Streitmacht und belagert sechs Wochen lang Raabs. Die Burg wird erobert und an Gottfried restituiert. Damit endet die Geschichte des tollpatschicken Gottfrieds mit einem Happy End.

So jedenfalls erzählt uns Cosmas von Prag jene Begebenheit, die das erste Mal die Burg Raabs quellenmäßig erwähnt. Ein erster Eindruck also über diesen bedeutenden Ort, der sich bis heute stolz über der Thaya erhebt. Cosmas Erzählung ist aber auch die erste Quelle zu den Besitzern der Burg. Denn dieser Gottfried er ist keineswegs der letzte, sondern der erste Raabser, Ahnherr eines Geschlechts, dessen Geschichte bis heute die Historiker zum Schmunzeln bringt und die, obgleich sie nur 100. Jahr dauerte, heute einen guten Eindruck gibt, wie so manch Adeliger hierarchisch aufsteigen und seine Rolle inszinieren konnte.

Raabs an der Thaya ist um 1100 eine Burgsiedlung mitten in dichtem Hochwald. Das Gebiet ist nahezu unerschlossen, nur von wenigen Ansiedlungen geprägt. Ein Urwald sozusagen, der nun gerodet werden soll. Im Norden liegt Böhmen, dessen slawische Bevölkerung sich erst langsam zu einem Teil des Heiligen Römischen Reiches hingezogen fühlt oder wird. Die böhmischen Herrscher, die Premysliden führen untereinander zahlreiche Kämpfe, wie Cosmas und später auch Gerlach von Mühlhausen berichten. Im Süden sind die Babenberger, damals noch kleine Markgrafen mit einigen Burgen, darunter Melk, wo sie residieren. Zwischen diesen beiden Gebieten liegt eben dieser riesige Wald mit einpaar Burgen und Dörfern, die allesamt slawische Ursprünge haben, seltener auch ungarische. Einer dieser Orte ist Raabs. Unweit der Burg, bei Oberpfaffendorf in Sand, hat es schon im 10. Jahrhundert eine Siedlung geben, die aber von den Ungarn zerstört wurde. Die Burg Raabs selbst dürfte bereits im 10. Jahrhundert die ersten Steinbauten erhalten haben, wie archäologische Untersuchungen im Burgkeller ergaben. Raabs war demnach damals schon bedeutend, hatte einen Burgherren und eine kleine Siedlung. Wer allerdings auf der Burg saß, ist vorerst unklar.

Der Name der Burg erscheint erstmals 1074, als König Heinrich IV. dem Babenbergermarkgrafen Ernst ein Stück Land „excepto Ualchenstein in silva Rogacs “ anvertraute und zwei Jahre später eine weitere derartige Schenkung an Ernsts Sohn Leopold II. „dem Schönen“ (wie ihn die Nachwelt nennen wird) tätigte. Demnach dürfte Raabs namensgebend für den ganzen Wald gewesen sein. Dennoch haben seit den 1930ern die Historiker und Historikerinnen so ihre Zweifel und so mancher sieht die „silva Rogacs“ als den heutigen „Rogatzboden“ bei Scheibbs. Sprachwissenschaftler agumentieren ebenso für und gegen diese Hypothese.

Es spricht allerdings viel für Raabs, denn der Rogatzboden war nicht in babenbergischer Hand, sondern in sieghardingischer: Scheibbs gehörte zunächst den Grafen von Peilstein und Purgstall war überhaupt ein Regensburger Lehen. Soweit so gut.

Im Investiturstreit verloren die Babenberger kurzfristig ihre Mark an Böhmen. Da half es dem schönen Leopold auch nichts, bei Mailberg sich einer Schlacht zu stellen. Er verlor diese und musste sich dem Kaiser unterwerfen. Heinrich IV. gab die Mark dem Leopold zurück, um aber Reibereien mit den Böhmen vor zu beugen (die durch diese Situation gewiss zustande gekommen wären) beschloss er, das Gebiet zwischen Kamp und diesen riesigen Wäldern diversen Edelfreien zu geben. Ein solcher Edelfreier, also ein Adeliger, der nur dem Kaiser unterstand, nicht aber einem Herzog oder Markgrafen, war dieser Gottfried.

Über seine Abstammung gab es schon zahlreiche Diskussionen und verschiedene Historiker haben in den letzten 150. Jahren sehr interessante Hypothesen aufgestellt. Eine konkrete Quelle gibt es aber nicht und so lassen wir diese Frage  mal unbeantwortet. Es ist generell anzunehmen, dass sie aus Franken (dem heutigen Nordwestbayern) kamen.

Gottfried von Raabs saß nun auf seiner Burg. Er betrieb geschickte Heiratspolitik und konnte sich so mit den Premysliden arrangieren, bis eben im Jahr 1100 ihm diese Familie kurzzeitig die eigene Burg kostete.

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Stammbaum der Grafen von Raabs (Version 2016!)

Die Nürnberger Position

Glaubt man den Berichten des spätmittelalterlichen Chronisten Meisterlin aus Nürnberg, so wäre 1105 ein Gottfried und ein Konrad von Raabs- vermutlich Brüder oder Vater und Sohn- die Burggrafschaft Nürnberg übergeben worden. Diese Vermutung basiert auf spärliche Zeugnisse, die bis heute vor allem für die genealogische Konstruktion problematisch sind. Tatsache ist, dass es zwischen 1110 und 1130 sowohl in Österreich als auch in Franken in den Quellen ein Gottfried auftaucht, wodurch grundsätzlich von zwei verschiedenen Adeligen aus zu gehen wäre. Da auf „österreichischer“ Seite nur eine Traditionsnotiz des Klosters Garsten existiert, die einen Gottfried nennt (OÖUB I, 155, Tradition 95), kann es aber auch durchaus der jüngere Gottfried sein. Seit den 1960ern ist es allgemein der Brauch, diese beiden Gottfrieds zu einer Figur zu „konstruieren“, eine Hypothese, die nur erschwert nachvollziehbar ist, zumal dieser Gottfried fast fünf Jahrzehnte Urkundenpräsenz genießt, und zu den großen Problematiken der Raabs- Forschung gehört.

Nehmen wir also an, dass es einen älteren und einen jüngeren Gottfried gab, wobei der ältere in Raabs saß, während sein Sohn  sich in Nürnberg aufhielt. Dazu kommt noch die Nennung eines Konrad, der bis um 1140 ebenfalls im Nürnberger Raum zu finden ist. Dieser Konrad war ein etwas unguter Bursche, wird er doch in Bamberger Quellen als „tyrannus“ bezeichnet. Dabei ist zu bemerken, dass zu jener Zeit die Bamberger Bischöfe, vor allem Otto I., der bekanntlich ja in Pommern missionierte, eine hohe Konkurrenz in Nürnberg sahen und dadurch ein Kleinkrieg entstand, der erst in den 1150ern beendet wurde.

1138 eroberten die Staufer die Stadt, Nürnberg wurde staufisch und ab da taucht Gottfried II. in zahlreichen Kaiserurkunden auf, die allerdings allesamt eben in Nürnberg oder in Würzburg oder Regensburg, also in unmittelbarer Reichweite zu Nürnberg, ausgestellt wurden. Offenbar dürfte sich Gottfried kaum außerhalb seiner Stadt bewegt haben. Als staufische Ministerialen sind die Raabser in den Urkunden immer zwischen Grafen und Rittern zu finden, was für eine gehobene Position spricht.

Mit dem Tod Gottfrieds II., nach 1147, dürfte sein Sohn Gottfried III. in Nürnberg gesessen sein, der nun die Position seines Vaters  inne hatte. Außerdem bekam er die Vogtei des bambergischen Klosters Münchaurach. Um 1160 starb er vermutlich in Italien.

Zur gleichen Zeit gibt es aber auch mehrere Nennungen eines Konrad von Riedfeld, der sich in der Gegend um Nürnberg aufhielt und ebenfalls als naher Verwandter der Raabser gehandelt wird. Dabei dürfte es sich um Konrad II. den Jüngeren von Raabs handeln.

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Ein interessanter Fund aus der Burggrafenburg von Nürnberg: Ein Zehenglied eines Kaiseradlers aus dem 12. Jahrhundert!

Die Raabser Position

Nürnberg und Raabs. Das ist verwaltungstechnisch wie Wien und Bregenzer Wald, New York und Sibirien, Taiwan und Vietnam. Auf der einen Seite eine pulsierende Stadt, auf der anderen Seite ein großteils waldreiches Territorium mit wenig Besiedlung. Kein Wunder, wenn es zunächst weniger Nennungen zu der Raabser Linie gibt und diese nicht immer ganz einfach nachvollziehbar ist.

Wie bereits erwähnt, gibt es da diesen „tyrannusKonrad, der spätestens um 1140 von Nürnberg nach Raabs gekommen ist, wohl nach dem Tod seines Vaters Gottfried I. Konrad I. ist nur erschwert fassbar, immerhin wissen wir aus einer Traditionsnotiz des Klosters Garsten, die um 1150/60 entstand, dass er einen gleichnamigen Sohn gehabt hat.

Das Stift Garsten, eine zunächst steirische Gründung (die Otakare waren ja Grafen von Steyr und Markgrafen an der Mur), blieb bis um 1180 ein wichtiges Kloster für Raabs, die Garstener Mönche haben auch heute ihre Spuren hinterlassen. So gibt es nordwestlich von Raabs die Gemeinde Gastern. Abt Berthold von Garsten, der erste Abt und Verwandter der Raabser, besuchte um 1140 die Burg Raabs. Er war es auch, der einen psychisch kranken Sprössling Konrads I., Ulrich, exorzierte, wie die Vita des (später heilig gesprochenen) Bertholds berichtet.

1147 ist Konrad I. bei der Stiftung des Klosters Waldhausen als Zeuge dabei, 1151 wird er in einer Kaiserurkunde vor (!) seinem Neffen Gottfried III. genannt. Um 1160 dürfte er gestorben sein.

Die Szene betritt nun Konrad II., der letzte Raabser, eine äußerst interessante Persönlichkeit. Konrad II. dürfte zunächst der bereits erwähnte Konrad von Riedfeld gewesen sein. Er tritt nun in den unterschiedlichsten Positionen auf, ist sowohl am Kaiserhof und in Nürnberg als auch in Raabs tätig, treibt die Rodung voran, bestätigt aber gleichzeitig Kaiserurkunden.

Während der langwierigen Konflikte Friedrich Barbarossas in Italien kämpft Konrad II. an der Seite des Kaisers, dennoch ist er auch teilweise im Raabser Gebiet zu finden, Er genießt das Vertrauen der Staufer und pflegt familiäre Kontakte zu den Babenbergern. Mit diesen verzichtet er um 1180 auf die Vogtei über Gebiete des Klosters Garsten.

Konrad II. hat allerdings auch einen Hang zur Selbstinszenierung. Davon zeugt eine Urkunde aus dem Jahr 1175, die er in Thaya durch den Raabser Pfarrer ausstellen ließ. Dieses Dokument, eine Waldschenkung an die Johanniter, die heute im Staatsarchiv Prag aufbewahrt wird, ist den staufischen Kaiserurkunden nach empfunden, eine ungeheure Anmutung, die sich nicht einmal die Babenberger getraut hätten. Konrad II. tut es aber mit Erfolg und so ist er der einzige, der eine Urkunde im staufischen Stil vorzeigen kann, die aber kein Hofschreiber erstellte, sondern der Pfarrer von Raabs. Das Dokument zeigt aber auch, dass Konrad durchaus bemüht war, die Rodung voran zu treiben und deswegen die Johanniter von Mailberg um Hilfe bat. Aber auch die Kuenringer, eigentlich babenbergische Ministeriale, werden um Raabs eingesetzt, Heidenreichstein und Weikertschlag sowie später die heute tschechische Burg Landstejn sind ihre Gründungen.

Zur Urkunde Konrads II. geht es hier!

Konrad II. ist es auch, der in den 1170ern den Grafentitel annimmt, denn bis dato sind die Raabser noch immer Edelfreie. Als Grafen von Raabs werden sie nun in die Geschichte eingehen. 1176, ein Jahr nach der denkwürdigen Ausstellung, ist Konrad wieder in Italien an der Seite des Kaisers, just als die Böhmen unter Sobeslav II. das österreichische Herzogtum angreifen und das Stift Zwettl zerstören. Ins Raabser Gebiet dürfte der kaisertreue Sobeslav allerdings nicht vorgedrungen sein, es hätte ihm wohl Kopf und Kragen gekostet. Und so bleibt Raabs auch bei der Grenzziehung von 1179 unangetastet. Der Vorgang wird allerdings laut Urkunde sehr wohl vom „Cunradus burgravius de Nuernberch“ bezeugt.

Neben Garsten wird nun auch Zwettl ein wichtiger Rodungspartner und so wird das ehemals kleine Münichreith bei Gastern zu Kleinzwettl, aus der kleinen Burg eine kleine Wehrkirche, die bis heute eindrucksvoll die Gegend beherrscht.

Als Kaiser Friedrich I. 1189 zum Kreuzzug aufbricht, ist Konrad II. noch einmal mit dabei. Bei Wien verlieren sich allerdings die Spuren des letzten Raabsers, eine 1192 ausgestellt Urkunde nennt bereits seinen Nachfolger, seinen Schwiegersohn Friedrich von Zollern. Unklar bleibt, wo er beigesetzt wurde. Neben Garsten und Zwettl für den Raabser Raum kommt auch Münchaurach und das St. Egiedien- Kloster in Nürnberg infrage, deren Quellenbestände allerdings durch die Reformation stark verringert wurde.

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Burg Raabs Einst Sitz des Grafen Konrad II. Heute ein Museum…

Das problematische Erbe.

Mit dem Tod Konrads II. sterben die Raabser in der männlichen Linie aus. Konrad II. war allerdings mit einer Hildetrud verheiratet und hatte zwei Töchter, Agnes und Sophie. So erzählt es jedenfalls die bis dato vorherrschende Historiographie. Unbestritten ist, dass Sophie Konrads Tochter war. Ihre Ehe mit Friedrich von Zollern sollte nun gewinnbringend für diese Dynastie werden, die Zollern sind noch 1190 Burggrafen von Nürnberg und übernehmen damit erstmals ein lukratives Amt. Es ist der Beginn ihres Aufstieges und damit der Beginn der späteren Hohenzollernmacht, die erst im November 1918 zu Fall kommt.

Was Nürnberg betrifft, so war der Fall wohl klar geregelt, anders verhält es sich mit Raabs. Das österreichische Landbuch von 1280, das die Habsburger zur Überprüfung der österreichischen Territorien und wie diese an Österreich gekommen waren, erstellen ließen, behauptet, dass Sophie „die grafschaft ze Ragtz und den marcht“ an Herzog Leopold VI. verkauft hätte. Der Preis: 2000. Mark Silber. Damit wäre die Sache eigentlich erledigt gewesen, Raabs wäre österreichisch geworden.

Nun, so ganz einfach ist es aber nicht. Aber alles der Reihe nach!

Jene Sophie weilt noch bis nach 1221 in Österreich- ihr Gatte war bereits 1200 verstorben- und schenkte  einige Güter und Untertanen an Zwettl. Im Stiftungsbuch, der berühmten Bärenhaut, von 1311 wird sie besonders geehrt, indem der Zeichner sie abbildet. Sophie residierte aber nicht mehr in Raabs, sondern in Ernstbrunn.

Was die betreffende Stelle im Landbuch betrifft, so dürfte sie doch teilweise gültig sein, denn 1208 gab Hademar II. einige Raabser Gebiete dem Stift Zwettl. Hademar gehörte aber nicht zu jenen Kuenringern, die Ministeriale der Raabser waren, er war ein Ministeriale der Babenberger. Demnach dürften entweder die Babenberger bereits Raabs besessen haben und die Kuenringer mit der Verwaltung betraut worden sein, oder die Kuenringer verwalteten für Sophie das Raabser Gebiet.

Und dann ist da noch diese Agnes, die ebenfalls, aber erst um 1220 urkundlich auftaucht. Agnes war mit Graf Gebhard von Hirschberg verheiratet, dessen Herrschaftsterritorium südlich von Nürnberg lag. Auch Agnes hatte gute Beziehungen zu Zwettl und scheint dort ebenso im Stiftungsbuch auf. Ihre Tochter Kunigunde wiederum versuchte 1249 den Raabser Besitz, dezidiert Heidenreichstein und Litschau an Freising zu verkaufen. Demnach dürfte dieser Teil eben nicht zu den Gebieten gehört haben, die Herzog Leopold VI. angeblich gekauft hatte.

Der Verkauf an Freising kam aber aufgrund der politischen Situation nicht zustande, denn die Babenberger waren 1246 ausgestorben und nun folgten die Premysliden. Vorerst zumindest, wie uns die Geschichte lehren wird.

1252 verloren die Hirschberger ihren Besitz an Premysl Ottokar II. Der Böhmenkönig übergab Raabs an die Grafen von Plain, als diese 1260 bei Staatz von den Ungarn erschlagen wurden, kam Raabs an die Rosenberger. In einer Plainer Urkunde von 1254 wird allerdings auch der Raabser Pfarrer und ein Ritter (mit dem Beinamen „Dux“!) aus Raabs genannt, demnach gehörte auch dieser Teil nun den Plainern.

1278 verlor Premysl Ottokar Österreich und Leben an die Habsburger, 1283 wurden die Rosenberger entschädigt, die Kuenringer sind nun Burgherren. Nach einem neuerlichen Besitzwechsel, wo noch einmal die Hirschberger eine zentrale Rolle spielen, gelangt Raabs 1297 an die Maissauer.

Die komplexe Geschichte des 13. Jahrhunderts ist bis heute umstritten und bedarf noch näherer Erforschung, vor allem hinsichtlich der Quellenlage. Möglich wäre, dass Raabs erst 1278 an die Habsburger kam und der Eintrag im Landbuch ein Legitimationsanspruch der Habsburger für das Raabser Territorium war. Die Zollern waren ja auch wesentlich sympathischer wie die Premysliden und hatten die Habsburger im Reich unterstützt. Für ihre Hilfe wurden die Zollern übrigens mit diversen österreichischen Gütern entschädigt. Einen großen Teil hatten sie bis ins 18. Jahrhundert inne… Mit den Grafen von Raabs hat dieses aber nichts mehr zu tun…

Für die Tschechen blieb Raabs allerdings kollektiv in Erinnerung. Sie nennen Österreich noch heute „Rakousko“- das Land hinter Raabs.

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