Die Geister- & Sagenwanderung 2017

Um über die 13. Geister- Sagenwanderung zu schreiben, bedarf es eines unlamentierenden Schreibstils, der diese doch so großartige Veranstaltung, ihre großartigen Schauspieler sowie die großartigen Kulissen nicht mit ein beziehen darf.

Denn diese waren, wie seit jeher, großartig und haben ihr Können mehr als bewiesen.

Das heurige Thema, „Handwerker, Hausierer und Fahrendes Volk“ war vor allem an einer Station anzutreffen, wo ein Fuhrwerk und Zig..nein Roma (und Sinti) mit diversen kleingewerblichen Hilfeleistungen, wie Glücksrad, Messerschleifen oder einfachem Betteln aufwarteten. An drei Stationen ging es um einen schwarzen Kreuzer, der so manchen Bösewicht teuer zu stehlen kam, während beim „Kramatstalerkreuz“ ein Geister- Hausierer sein Leid, dass hier seine Verkaufsware, alles Keramikgeschirr nun zu Bruch gegangen sei, er das Kreuz verfluchte und von diesem kurzerhand erschlagen worden sei (Sage aus Untermarkersdorf wo ein dortiges Denkmal der Originalschauplatz sein soll) beklagte. Auch die Ursprungsgeschichte von (Maria) Roggendorf („Ruckadorf“) wurde nachgespielt. Die einzige Requiste dazu war ein Sonntagsrock, der, gepaart mit den tollen Akteuren sehr wohl verdeutlichte, wie es zur Namensgründung kam.

            

Generell waren die Requisiten wieder großartig: Ein Sarg, Geschirr (entweder noch ganz oder zerbrochen), eine Kapelle (mit Betstuhl), ein Holzgerüst für ein Haus (das mit Holzbretter zugenagelt werden sollte), eine Kegelbahn, ein gieriger Pfarrer (mit Bibel), der Teufel, ein gutmütiger Wanderer sowie eine sehr schlecht gekochte Suppe (die dem Akteur so gar nicht schmeckte) und vieles mehr.

Auch im Lager der Dernberger konnte wieder einiges probiert, erkundet und gekostiet werden, darüber hinaus durfte ich auch hier wieder- Tradition ist Tradition- bei Ritter Roman einen Helm aufsetzen.

       

Insgesamt wurden wieder sehr einfallsreich und mit großer Liebe zum Detail geschaffen und gespielt. Auch an Gästen mangelte es zunächst nicht.

Wohlgemerkt zunächst. Denn nach einer dreiviertel Stunde kam der seit langem erwartete Regen. Über eine Stunde schüttete es, viele Gäste standen gut geschützt unter einem Dach oder einer Plane, sehr viele hatte das Wetter während der Wanderung erwischt. Auch die Akteure hatten mit dem Regen zu kämpfen. Um 18. Uhr als das die Geister- und Sagenwanderung offiziell zu Ende war, ging auch der Regen. Zurück blieb ein nasses Publikum, das dann noch eine komplette Wanderung genoss und sichtlich begeistert blieb. Der Regen hatte demnach die Laune des Publikums nicht beeinträchtigt.

Am Abend zeigte sich doch noch einmal die Sonne und scheinte markant und irgendwie auch heroisch auf den Dernberg, jenem mächtigen Hausberg, der für die Geister- und Sagenwanderung mehr als bestimmend ist, obgleich auf ihn selbst bisher nie eine Station war.

Zurück in der Hundsbergkellergasse sorgten die „Feigen Knechte“ für gute Stimmung und bald war der Regen schon fast vergessen.

Die 13. Geister- und Sagenwanderung mag als die nasseste (ob es an der 13 liegt, soll jeder für sich selbst urteilen) in die Geschichte eingehen, die Stimmung an sich konnte nicht „durchnässt“ werden!

Schade nur, dass der Wettergott genau hier seine nasse Seite gezeigt hatte und so manchen Besucher einen nassen Eindruck hinterließ, der aber vom Eindruck eines großartigen Events gewiss überschattet wurde. Und das ist gut so.

P.S.: Ich habe mir erlaubt, auch einige „Wetterbilder“ dazu zu geben, denn ohne dieses wäre die gestrige Geister- & Sagenwanderung tatsächlich unvollkommen. Was dazu gehört, gehört dazu.

Kommentare sind geschlossen