Die Endlasmühle

Anfahrt: Von Waldhausen im Strudengau in Richtung Marchstein fahren. Nach 12 km zweigt rechts in Endlasmühle eine Straße nach Dorfstetten ab. Hier aber links abbiegen (!), den Sarmingbach überqueren und links beim Forstweg parken (mit Vorbehalt!). Dem Forsweg südwerts folgen. Die Mühle ist dann nach einem halben Kilometer links am Sarmingbach zu finden. Sie ist allerdings verwachsen. Achtung Absturzgefahr!

Alte Mühlen gehören seit langem zu „Mystischen Orten“ und erfüllten schon im 19. Jahrhundert, als die ersten „Kundigen“ die ländlichen Sphären nach potentiellen Erlebnissen absuchten, so manchen Fremden den Wunsch nach schaurigen Erlebnissen.

Das Klappen der Räder, der weiße Mehlstaub, die verschiedenen Kammern und Räume, vor allem aber die abgelegene Position von so manchem Mahlwerk waren für die „Landhungrigen“ ein wahres „Must-Seen“ schlechthin. Zu jener Zeit gehörten Mühlen noch zu den bedeutendsten Produktionsorten von so manchem Dorf. Dort, wo ein Bach oder Fluss war, konnte man mahlen und so standen sie oft entlang der Ströme, die ihre Produktion sprichtwörtlich antrieben. 200. Jahre nach den ersten Euphoren ist ein Gutteil der Mühlen Österreichs heute Vergangenheit, viele sind Privathäuser, andere fristen verfallen ein oftmals unbeachtetes Dasein.

 

Einer dieser „Erinnerungsorte“ liegt an der Grenze zwischen Mühl- und Waldviertel am Sarmingbach in einem stillen Tal. Vier (bewohnte) Häuser zeugen von der Existenz eines Ortes, der irgendwie wie ein abgelegenes Bergdorf erscheint. Mit klimatischen Ähnlichkeiten, denn selbst im August sind die Temperaturen hier frisch. Kaum zu glauben ist, dass der Ort geteilt ist, zwei Häuser westlich des Baches gehören zu Oberösterreich, zwei östlich des Baches zu Niederösterreich.

Im „Ort“ selbst gibt es kaum ein Zeichen, dass es eine alte Mühle irgendwo gebe. Obgleich der Historische Verein Weinsbergerwald diesem Objekt zwei Seiten mit genauen Angaben (selbst GPS…) widmete, ist im „Ort“ selbst nichts hinweisendes zu finden.

Wo also steckt die Endlasmühle?

Uns fiel beim Sarmingbach eine Wiese auf, neben welcher am orographisch rechten Ufer (der Mühlviertler Seite also) ein Forstweg begann. Auf der linken Seite ist die Straße von Waldhausen im Strudengau.

Wir folgten dem Weg. Zunächst sahen wir nichts, außer einer alten verfallenen Brücke (die auch ihren Reiz hat!). Nach etwa einem halben Kilometer bemerkte ich beim Sarmingbach, der nun schon wesentlich tiefer lag, dunkle Schatten. Und da war sie, die Mühle.

Ein dunkler Ort, dessen Mauern uns leicht gruseln ließen. Was wir hier sahen, war keine romantische Mühlenruine, sondern hatte den Anschein, eine Industrieruine des 19. Jahrhunderts zu sein. Vor uns lag ein tiefes, riesiges, mit Granitsteinen ausgepflastertes Becken, das zum Bach eine große Fensterartige Öffnung hatte, die gespenstisch zu diesem blickte.

 

Diese Endlasmühle hatten wir uns anders vorgestellt, keine Frage. Doch statt einer harmonischen Ruine mit Bruchsteinmauerwerk sahen wir nun einen unharmonischen Industrieort, der anscheinend im 19. Jahrhundert, just als die Romantiker herum schwärmten, eine Brettersägewerk hinzufügt bekam. Der vom Weinsbergerwald deklarierte Titel „Mystische Ruine“ ist für diesen Hort eine durchwegs ambivalente Tatsache.

 

Die Endlasmühle ist mystisch, keine Frage, aber ihre Ausstrahlung verrät nichts gutes. Es sei also dem Besucher und Betrachter große Vorsicht geboten, auch was die Begehung des Geländes betrifft! Nur derjenige, der, wie einst die Mühlen- fürchtenden Romantiker, auf der Suche nach dem gewissen Etwas ist, wird hier voll und ganz auf seine Rechnung kommen.

P.S.: Ich habe dieses Mal absichtlich die Geschichte weg gelassen, um die Mystik des Ortes hervorzuheben! Für Interessierte empfehle ich weiters die Seite im Weinsbergwald!

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