Der Raabs- Zyklus

103-DSC_0140

Wer heute die Burg Raabs besucht, betritt eine der bedeutendsten Burganlagen Österreichs. Noch heute hat Raabs im tschechichen Bewusstsein einen namhaften Eindruck hinterlassen, heißt doch Österreich auf tschechisch „Rakousko“- das Land hinter Raabs.

Raabs war allerdings nicht immer Teil von Österreich, sondern bis ins Spätmittelalter reichsunmittelbar- also quasi auf gleicher Ebene, die Grafen von Raabs waren….STOP..mehr verraten wir noch nicht!

102-DSC_0139

Im folgenden Zyklus soll die Bedeutung und Funktion von Raabs vorgestellt werden. Das klingt jetzt mal sehr geschwollen, keine Angst, es wird interessant sein und bleiben!

Beginnen werden wir mit einem musikalischen Eingang, dann gehts um die Grafen von Raabs, um die Burg selbst und dann vor allem um den Freskenzyklus. Es wird aber auch einen Beitrag zur „Vorgängerburg“ Sand bei Oberpfaffendorf geben und noch einiges mehr…

067-DSC_0098

In diesem Sinne!

  1. Zum Eingang (Karin)
  2. Die Grafen von Raabs (Der Schönleitner)
  3. Burg Raabs- Die Geschichte (Der Schönleitner)
  4. Burg Raabs- Ein Rundgang (Karin)
  5. Der Freskenzyklus (Karin)
  6. Die „zweite Burg“ von Raabs (Karin)
  7. Die Kirche von Oberndorf- Raabs (Karin)
  8. Burg Sand- Oberpfaffendorf (Der Schönleitner)
  9. Ruine Widersberg bei Raabs (Der Schönleitner)
  10. Ruine Buchenstein bei Raabs (Der Schönleitner)

 

Zum Eingang

Die Geschichte der Stadt Raabs, der sogenannten “ Perle des Thayatals“ am Zusammenfluß der deutschen und mährischen Thaya hat schon seinen eigenen Reiz. Interessant wäre es, wie es wohl im beginnenden Mittelalter hier ausgesehen hat als der Hochadelige Gottfried um 1100 auf der Burg saß. Die Burg hat eine Länge von ca. 200 m und war damals die erste, größte und bedeutendste Wehranlage an der nördlichen Grenze. Die Besitzer wechselten später häufig, bis sie  schließlich in den Besitz der Herren v. Puchheim kam und ab 1358 die Herrschaft fast 350 Jahre über die Besitzungen von Raabs übernahmen. Die bedeutendsten Umbauten der Burg erfolgten 1554/1560. In dieser Zeit wurde die Burg zum Renaissance-Schloß, indem auch die Fresken im Rittersaal im Stil Lukas Cronachs entstanden. Diese Arbeiten haben verschiedene Themen. Die Rittersäle sind in zwei Räume aufgeteilt, der große Rittersaal und der kleine Rittersaal, der direkt in eine Terrasse mit herrlichen Blick auf die Marktgemeinde Raabs mit eigener Marktmauer mündet. Die Fresken wurden erst von dem vorherigen Besitzer W. Enk entdeckt und mühsam renoviert. Die Burg war immer eine Reichsburg und diente auch respektativen Gründen, so daß anzunehmen ist, daß alle Räume reich verziert waren. Leider haben sich nur wenige Räume in diesem guten Zustand erhalten, da die Burgräume in der Besatzungszeit als Lazarett genutzt wurde und somit weiß getüncht wurden.

065-DSC_0096 064-DSC_0095 062-DSC_0092 059-DSC_0089 058-DSC_0088 057-DSC_0087 055-DSC_0085 054-DSC_0084

Das sind Malereien aus dem großen Rittersaal, die verschiedene Szenen aus dem Leben wiederspiegeln oder auf die Sagenwelt zurückgreifen.

012-DSC_0031

Der große Saal wird heute für Kulturveranstaltung und Lesungen genutzt, da der jetzige Besitzer Mag. Richard Pils auch Verleger der „Bibliothek der Provinz“ ist. Was wiederum uns Besuchern zu Gute kommt, da wir die Fresken und das Ambiente der Burg genießen können. Die Akkustik des Raumes ist trotz der niedrigen Decke sehr gut. Die Decke wurde im 18. Jh. verkauft und durch die einfache Holzdecke ersetzt. Es wurden bei beiden Sälen keine Zwischendecke eingezogen. Wenn Sie das letzte Bild betrachten, sind rechts die Fenster und auf der linken Seite nochmals kleinere Räume die an dem großen Saal vorbei in den kleinen Rittersaal führen. auch diese Räume waren reich verziert.

023-DSC_0043 024-DSC_0044 025-DSC_0045 026-DSC_0046 027-DSC_0047

Der kleine Rittersaal ist der besterhaltenste Raum mit den Fresken. Die Herren von Puchheim haben sich bei der ersten Türkenbelagerung vor den Toren von Wiens als Verteidiger der Stadt verdient gemacht und wollten dies auch in ihren Räumen verewigt haben. Im kleineren Rittersaal sind Szenen der Belagerung mit Zelt und Rittern zu sehen. Es müssen im Schloß noch weitere Schätze schlummern die noch nicht gefunden wurden, wie einen Hochzeitszug.

028-DSC_0048 029-DSC_0049 030-DSC_0051 032-DSC_0054 035-DSC_0057 036-DSC_0058 037-DSC_0060 038-DSC_0061 039-DSC_0062 040-DSC_0063 041-DSC_0064 042-DSC_0065 043-DSC_0066

Es gibt auch noch weitere Räume, die mit Fresken ausgestattet sind. Selbst die freien Gänge im Innenhof waren mit Malereien versehen. Ein kleiner Teil ist noch im Eingangsbereich erhalten.

070-DSC_0101

Ein weiterer Raum ist das ehemalige Magazin. Es muß die Verwaltungsstube des Schlosses gewesen sein mit sehr hoher Decke und großen Fenstern.  Die Malerei stammt aus dem 17. Jh.

081-DSC_0114 083-DSC_0117 084-DSC_0118

Dies ist nur der erste Teil über die Burg Raabs. Wer neugierig geworden ist und sie besuchen möchte kann dies gerne am Wochenende und nach telefonischer Vereinbarung machen.Tel.  +43 2856 3794 oder per Mail: verlag@bibliothekderprovinz.at

1-DSC_0015

Kommentare sind geschlossen