Der Buschberg- Ein unmotivierter Hausberg 2.0

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WO: Gemeinde Niederleis, unweit des 491 Meter hohen Buschberges. Auf der B6 über Ernstbrunn weiter Richtung Klement. Nach Nodendorf in Au rechts nach Niederleis. Beim Schloss links abbiegen, nach einigen Kilometern nochmals links (Beschilderung vorhanden!).

Parken: Bei der Auffahrt zur Buschberghütte großer Parkplatz vorhanden. Von dort links den Wanderweg nehmen (Beschilderung zum Buschberg). Der Hügel ist bald sichtbar.

Öffnungszeiten: Frei zugänglich.

Tipp: Unweit des Hausbergs befindet sich die Buschberghütte (siehe https://www.alpenverein.at/huetten/?huette_nr=0031)

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Das Weinviertel ist ein Land der Hausberge. Das liegt vor allem an der Bodenbeschaffenheit, denn imposante und vor allem „wehrfähige“ Felsen, auf denen man eine Burg hinbauen könnte, sind rar im Land zwischen Donau und Mähren. Die Hausberge des Weinviertels waren quasi ein „Ersatzprogramm“, um auch diesen Landstrich im Angriffsfalle zu verteidigen und dauerhaft zu sichern.

Im Gegensatz zum ruinenreichen Waldviertel sind hier fast keine mittelalterlichen Steinbauten erhalten, dafür jedoch gewaltige Erdkonstruktionen, die im ansonsten relativ flachen Land als eine markante Zäsur erscheinen. Von Alfred Komarek als „ziemlich unauffällig: oben abgeflachte Hügel, die irgendwie unmotiviert inDSC03722 der Gegend stehen, von hohem Gras bewachsen“, steht  außer Frage, dass, wenn es um das Thema „Hausberge“ geht, das Weinviertel sehr viel zu bieten hat. Eine dieser  „unmotivierten“ Hügeln ist der Buschberg bei Ernstbrunn.

Beim Buschberg haben wir keine geschichtlichen Daten, die uns irgendwie helfen könnten. Es gibt keine Urkunde, keine Chronik, nur ein Hügel mit einem Wall rundherum. Und Steine, die irgendwie in der Gegend herumliegen. Aber keine Geschichte. Nichts, rein gar nichts. Naja, nun gut, es ist halt so.

Es ist anzunehmen, dass die Burganlage am Buschberg im Zusammenhang mit den Burgen Ober- & Niederleis stand. Oberleis ist heute eine Kirche mit einem Turmhof, Niederleis ein schönes Schloss (mit einem Schlossgeist namens Dagobert). Das ist aber nur Spekulation.

Im Volksmund wird auch dieser Berg Simperlberg genannt, weil irgendein Volk (Hunnen, Vandalen, Schweden, Türken oder die Weinviertler selber) mit Brotsimperln (Brotkörben) Erde dort hintrugen, bis der Hügel dastand. Wie gesagt,ist dieser Name für diverse Hausberge im Weinviertel üblich, so heißt etwa auch der Hausberg Altmanns bei Asparn, nur wenige Kilometer nordöstlich des Buschberges, Simperlberg. Und auch in Staatz erzählt man sich ähnliches.

Jedenfalls dürfte die Burg nicht besonders groß gewesen sein, dafür war und ist die Aussicht grandios. Von Hainburg über den Schneeberg und den Wiener Hausbergen bis hin zum Ötscher reicht sie, während man im Norden dann weit ins tschechische Gebiet sieht. Keine Frage, der Buschberg bot eine grandiose Aussicht für einen Rittersitz. Wahrscheinlich war hier nur eine kleine Warte oder Kreidefeuerstation, die man irgendwann halt nicht mehr brauchte und wieder aufgab. Geblieben ist die Aussicht. Im 20. Jahrhundert gesellte sich noch ein Gipfelkreuz dazu, das heute aus dem Ensemble Hügel- Aussicht nicht mehr weg zu denken ist.

Der Buschberg ist damit ein unmotivierter Hausberg (um es mit Alfred Komareks Worten zu formulieren) mit Gipfelkreuz und grandioser Aussicht.

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