Das Mittelburgenland- 2. Von zwei Sakralen Ruinen und einer Grenzburg

Wir bleiben vorerst in Landsee und wenden uns nach Norden. Hier liegt ein mächtiger Berg, auf dem ein Kloster gestanden ist. Dieses Kloster wurde 1701 von Esterházy Pál gegründet und von Kamaldulenserinnen übernommen. Nach 80. Jahren wurde das Kloster aufgelassen, was blieb war eine imposante Ruine.

Wer diese heute sucht, muss einen etwas steilen Waldweg in Kauf nehmen, ehe er/ sie den Ort betritt. Erhalten haben sich die Reste der Kirche und der Umfassungsmauern. Der Ort wirkt eigenartig und im Gegensatz zur Ruine nicht unbedingt positiv. Besonders wenn ein Wind geht und die Bäume rund herum rauschen, wie es bei uns der Fall war.

Klosterruine Landsee

Wir verlassen die Klosterruine und fahren nach Westen (!), also genau dorthin, wo bis 1921 tatsächlich die Staatsgrenze war. Als die Straße bergab geht, parken wir links bei einem Forstweg und beginnen mit einer Wandertour durch den Wald. Unser Ziel ist zweigeteilt, zum einen möchten wir eine Kirchenruine besuchen, zum anderen einen Burgstall.

Beginnen wir bei der Kirchenruine, sie liegt im Tal nächst dem einstigen Grenzfluss Rabnitz, der hier das Burgenland zu Niederösterreich begrenzt. Hier liegt etwas versteckt diese schöne Ruine, die im Volksmund schlicht „ödes Kircherl“ genannt wird. Sie ist der letzte Rest der Ortschaft Pischelsdorff. Mich erinnert sie stark an St. Cäcilia bei Böheimkirchen und so verweilen wir hier kurz, um uns das frühere Treiben vor zu stellen. Südlich der Ruine, in einem Talkessel, befand sich ein Ort, von dem heute nur noch einige Bodenunebenheiten zeugen.

Das Öde Kircherl

Es gäbe flussabwärts auf niederösterreichischer Seite noch eine Mühlenruine, wir aber nehmen den Forstweg bei der Kirchenruine, der etwas schweißtreibend bergauf nach Osten geht, dann eine Kurve nach Westen macht, ehe er in einen anderen Weg mündet. Oberhalb dieser Wegmündung liegt der Burgstall Jeva.

Letzte Mauerspuren am Burgstall Jeva.

Jeva ist ein sehr versteckter Burgstall, der so manchem Burgenforscher schon gewaltig viele Stunden zur Suche abverlangt hat. Jeva ist aber auch eine Burg, über die wir kaum etwas wissen, außer dass sie im 13. Jahrhundert bestand und definitiv eine Grenzburg war. Ob dieser Burgstall tatsächlich der Rest der Burg Jeva ist, bleibt insofern fraglich, da wir den Namen „Jeva“ nur aus zwei Quellen des 13. Jahrhunderts kennen. Diese beiden Quellen von 1277 und 1281 geben indirekt Auskunft, dass die Burg Jeva in dieser Gegend gelegen sein muss.

Nach 1281 verschwindet die Burg wieder, wahrscheinlich wurde sie im Zuge der Güssinger Fehde erobert und zerstört.

Was mich wundert: Wenn die Stubenberger in Landsee eine Burg gebaut haben, mussten sie theoretisch an Jeva vorbei, was den dortigen aufgefallen sein muss, es sei denn dass Jeva tatsächlich jüngeren Datums ist.

Auch der Bau der Burg Jeva weißt seltsame Eigenheiten auf. Die Burg bestand im Wesentlichen aus Bergfried und Palas, wobei letzterer rund gewesen sein dürfte und gegen die Grenze ausgerichtet war, während der Bergfried den Eingang schützte.

Einige wenige Mauerreste haben sich erhalten, der Rest ist vom Waldboden bedeckt und wartet auch weiterhin, dass jemand mal das Jeva- Rätsel löst.

Heute thront ein Waidmannsturm am Bergfriedhügel.

Kommentare sind geschlossen