Burg Gars – die Oper Tosca

Im Moment findet in Gars wieder die Opernaufführungen in der alten Babenburger Residenz statt. Eine würdige Kulisse für die Oper Tosca. Was hat die Oper mit Mittelalter zu tun? Eigentlich nichts und doch immer ein aktuelles Thema. Es geht um Politik, Drama, Liebe, Intrigen und endet fast immer tragisch. Was sich auch seit der Babenberger Zeit nicht sehr verändert hat und auch in der Oper von Puccini geht es um Politik. In den Jahren um 1798 war Rom ein eher ungemütlicher Ort. Zuerst wurde es von den französischen Truppen erobert, dann eroberten die russisch-österreichischen Truppen die Macht und drei Monate später marschierten die neopoletanischen Truppen in Rom ein und schaffte die Republik wieder ab. Hier auf der richtigen Seite der Macht zu stehen war sehr schwierig und für Liebende von den verschiedenen Seiten erst recht. In der Nacht in der die Oper spielt jagen sich zwei Meldungen über den Ausgang der Schlacht:  Sieg über die Franzosen! Es lebe Maria Carolina, Königin von Neapel!

Was diese Aufführung so interessant macht ist die orginalgetreue Aufführung der Oper von Puccini. Die beiden Regisseure versuchten sich an das Orginal zu halten bis ins kleinste Detail, ohne dabei eine  fade Vorführung zu bieten. Die Kenntnisse der Co-Regisseurin im Fechten flossen hier auch bei den Kampfszenen ein und gestalteten auch diesen Teil der Aufführung sehr echt. Die Kostüme sind wunderschön und in dem Licht mit der Burg ein Traum. Die Handlung und Kulisse nimmt einen so gefangen, dass die Aufführung auch für nicht Opernfans ein Erlebnis ist. 

Termine:

12. Juli – 4. August 2018

Zusammenfassung des Inhalts:

Akt 1: Sant’Andrea della Valle

In der römisch-katholischen Titelkirche, mitten in Rom

Angelotti, der ehemalige Konsul der Römischen Republik konnte aus dem Gefängnis in der

Engelsburg fliehen und versteckt sich – gefoltert, ausgehungert und in Lumpen gehüllt – in der mächtigen Kuppelkirche, und zwar in der abseits gelegenen Privatkapelle der Familie Attavanti.

Der Maler Mario Cavaradossi, wie wir wissen Republikaner und – als wäre das nicht schlimm genug – auch noch

Freund des Angelotti, werkelt im Inneren der Kirche am Bildnis der Maria Magdalena. Vorbild

für die schönen Gesichtszüge ist ihm eine fremde Frau, die jeden Tag betend in die Kirche kommt.

Ihr widmet er auch gleich seine erste Arie („Recondita Armonia“), versichert aber, er liebe

wahrhaft nur eine Frau auf der Welt: die Sängerin Floria Tosca!


Der schlecht launige Mesner bringt Cavaradossi einen Korb mit Essen und Trinken, beschwert sich

aber lautstark über die politischen Neigungen des Malers, und dass er dem Altarbild die Züge einer lebenden

Frau aufmalt. Der Mesner verschwindet wieder, und Angelotti zeigt sich seinem Freund, Mario.

Dieser verspricht sofort, dem geschundenen Mann zu helfen und verriegelt die Kirchenür.
Da erscheint Tosca vor der Kirche und poltert gegen das Portal. Verschlossene Türen per se reichen

bei manchen Frauen schon für einen Eifersuchts-Anfall. Cavaradossi drückt dem Flüchtling seinen Korb

mit Essen in die Hand und versteckt ihn noch einmal in der Familienkapelle.

Der Maler schafft es, das aufbrausende Temperament seiner geliebten Tosca zu beruhigen.
Nein, er betrügt sie nicht. Da entdeckt die Sängerin das Altarbild. Dieses Gesicht!?

Das ist doch die … Gräfin Attavanti! Das nächste Eifersuchtsdrama. Aber nicht, dass wir uns

falsch verstehen: Tosca ist keine Zicke, eher die typische Diva. Immerhin ist sie

Opernsängerin… Als armes Hirtenmädchen aufgewachsen und von Benedektinernonnen großgezogen,

allein dank ihrer Stimme berühmt geworden ist sie eine PRimadonna durch und durch.
Was uns Puccini als Komponist damit sagen will, muss jeder für sich entscheiden 😉


Jedenfalls bleibt fraglos bestehen: Die Liebe zwischen Maler und Sängerin ist pur und wahr.

So verzeiht Cavaradossi seiner Tosca ihre feruigen Ausbrüche, küßt sie und schiebt sie zur Tür hinaus.

Immerhin versteckt er einen Flüchtling, um den er sich dringend kümmern muss! Dieser hat alles

mit angehört und verrät Cavaradossi, wieso die schöne Gräfin Attavanti jeden Tag zum Beten kommt:

Um ihrem Bruder zur Flucht zu verhelfen, hat sie Frauenkleider in der Kapelle versteckt.

Ein donnernder Kanonenschuß aus der Ferne macht den beiden klar, dass Angelottis Flucht aus der

Engelsburg soeben bemerkt wurde. Schnell hilft Cavaradossi dem Ex-Konsul aus der Kirche, um ihn bei

sich in seinem Haus zu verstecken.

Der übelgelaunte Mesner kehrt zurück, mit der Nachricht vom Sieg der österreichischen

Truppen bei Marengo!
(Wir erinnern uns:
Sieg über die Franzosen! Es lebe Maria Carolina, Königin von Neapel!)

Ein Triumph für die Royalisten.

Da betritt der düstere Polizeichef Scarpia die Kirche. Er hat Angelottis Verfolgung aufgenommen –

bis hierher, in diese Kirche!

Er lässt das Gotteshaus durchsuchen und findet tatsächlich in der Kapelle der Attavantis einen Fächer

und den leer gegessenen Delikatessen-Korb. Da fällt Scarpias Blick auch noch auf das Altarbild:

Wer hat das gemalt, dieses Portrait der Gräfin Attavanti? In Scarpias Kopf fügen sich die Fakten: Cavaradossi

und die Attavanti stecken unter einer Decke und helfen dem flüchtigen Ex-Konsul!

Tosca kommt in die Kirche dazu, um ihrem Geliebten zu berichten, dass sie heute abend zu

Ehren des Sieges der Royalisten singen werde. Aber statt auf ihren Mario stößt sie auf Scarpia,

der sich ihr auch sofort nahezu aufdringlich nähert. Offensichtlich hegt er ein faible für die

schöne Sängerin. Berechnend zeigt er ihr den Fächer und beobachtet schlangenhaft ihre neuerliche

Eifersucht. Sie rauscht ab, um Mario samt Geliebte in seiner Villa inflagranti zu erwischen.

Scarpia schickt ihr drei Häscher hinterher – und betet das „Te Deum“.

In seiner Version ein wenig keusches Flehen: Möge Cavaradossi am Galgen enden – und Floria Tosca in

seinen, in Scarpias Armen!

Das protzige (und fantastische!) Te Deum ist übrigens eines der Beispiele dafür, wie sich Puccini in die Arbeit an seiner Oper hineinhängte: Er studierte die Melodie des gregorianischen Te Deum nach römischem Ritual, um möglichst viel Authentizität in seine römische Oper zu bekommen.
Mehr noch: Er reiste schließlich selber nach Rom, um dort das Glockengeläut rund um Engelsburg und St. Peter zu erfahren. Diese Eindrücke verwendete er später im Beginn des dritten Aktes.

den Inhaltstext haben ich von 

www.stefan-seifert-com übernommen. 

Die Aufnahmen sind von den Proben und entsprechen nicht der fertigen Aufführung. Vielen Dank an Vasile Chisiu, der mir also Nichtkenner diese Oper zu erklären.

 

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