Burg Albrechtsberg und die eingemauerte Jungfrau

Die Burg befindet sich im Waldviertel auf einem Plateau und ist von der Wachau aus über Weißenkirchen-Ottenschlag oder Krems-Lichtenau zu erreichen. Da die Burg Privatbesitz ist, ist nur der Außenbereich und die Kirche von außen zu bewundern.

Um die Burg ranken sich auch einige Sagen. So soll im Verbindungsgang zwischen Schloss und Kirche eine Jungfrau edler Abstammung eingemauert sein, da sie sich in einen Bauernburschen verliebt hatte und zu jener Zeit eine solche Verbindung verboten war. Auch sollen drei Bauern, die im Hungerturm eingesperrt waren, nicht mehr in den Ort zurück gekehrt sein.  Vom Hungerturm soll man heute noch lautes Schnarchen, Musik und Seufzern hören.

„Bei den herrschaftlichen Kalköfen durften zu bestimmten Zeiten auch die Bauern brennen. Als wieder Kalk gebrannt wurde, mussten drei Bauern Wache halten. In der Nacht wurden sie durstig. Da der Dorfbrunnen wegen der vorgerückten Stunde in der Taverne nicht mehr zugänglich war, ging einer der Wächter zum Augenbründl, kam mit dem leeren Kruge wieder zurück, fiel auf sein Ansgesicht nieder, doch war nichts aus ihm heraus zu bringen. Erst am nächsten Morgen erklärte er, nicht für 1000 Taler gehe er mehr zum Augenbründl, den dort habe er einen Geisterspuk gesehen.“

„Im öden Schloss Kornberg soll  in einem Keller (in dem Falschmünzer gehaust haben) ein Fass Gold vergraben sein. Ein kleines Männchen sitzt auf diesem Fass und bewacht es. Erst, wenn am Karfreitag jemand dort betet und zur gleichen Zeit Allentsgschwendt die Passion gelesen wird, hüpft das Männchen vom Fass und gibt es frei.“

Wie in vielen anderen Burgen soll es auch hier einen unterirdischen Gang in das Dorf gegeben haben. In der Nähe des Hauses Provin soll ein Bergwerk bestanden haben, welches einstürzte.

albrechtsberg

Urkundlich wurde erstmals ein Konrad v. „Albrechtsperge“ genannt im Jahre 1230. Die Gründung der Burg dürfte etwa 1100 unter einem gewissen „Adelhart“ gewesen sein. Die Burg gelangete 1263 in den Besitz von Rüdiger v. Starhemberg zu Wildberg, der sie Ulrich III. v. Neidegg zu Brunn am Walde verkaufte.

Es wurden Fragmente der Grabplatte mit den Zahlen 1381 gefunden für das Todesjahr und der Name Gillaus v. Neidegg zu Ranna und die seines Sohnes Hans III. Dieser begründete den Aufstieg seines Geschlechts zu einem der vermögendsten und einflussreichsten Ritterfamilien des Waldviertels in der Mitte des 15. Jh. Die angrenzende Kirche war auch eine Wehrkirche und Gruft der Besitzer der Burg. Die Grabplatten geben Aufschluss über die Besitzer von 1396 bis 1446.

Nach dem Aussterben der Rannaer Linie wurde Leopold v. Neidegg zu Rastenberg-Ranner Erbe der Burg, der den Besitz des Gehöftes geteilt hatte und eine Hälfte als Pfand bzw. im Bestand ausgegeben hat.

1498 wird so der im südlichen Waldviertel im Umfeld des Kaspar v. Roggendorf agierende Zacharias Steinberger nach Albrechtsberg zubenannt. 1509 nimmt der vormalige Kremser Schlüsselamtann Achaz Vindinger , gest. 1511, Wappenplatte in der Burgkirche Oberranna, die halbe Burg Albrechtsberg um 100 fl. Rh. jährliche Pfandsumme in Besitz. Nach seinem Tod folgt im sein Stiefvater Wenzel Nersichgern, der zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt, die zweite Hälft der Burg von Leopold III. v. Neidegg erwirbt. Nersichgern verkauft beide Hälften der Burg 1514 wieder an den urspr. Besitzer.

1527 kauft Erasmus v. Peukham, bis dahin Stiftshauptmann von Göttweig, Albrechtsberg von Hans X. v. Neidegg zu Ranna, Gedenkstein von 1547 in der Pfk. Albrechtsberg.

1534 erhebt die Pfarrgemeinde Albrechtsberg klagen gegen den Herrschaftsinhaber und Patronatshrn. Erasmus v. Peukham wegen des schlechten Bauzustands der Pfk. Eine, 1571 auf Klage der Pfarrgemeinde vom niederösterr. Die eingesetzte Kommission, stellt vor Ort fest, dass die Kirche in einem besorgniserregenden Zustand ist.

1591 erfolgte der Einbau einer Gruft der Peukham in der Pfk. Albrechtsberg. 1547 wurde die Burg umgestaltet und neu ausgestattet mit Kassettendecken im Obergeschoß. Nach dem Tod der Elisabeth von Peukham 1600 übernimmt, ihr aus der Ehe mit Christoph Sebastian v. Peukham stammende Sohn Hans Bernhard, die Hft. Albrechtsberg. Im sog. Rittersaal im 2. Obergeschoß befinden sich sein Wappen und Initialen und der Elisabeth v. Velderndorf .

Die Burg wurde während des 30jährigen Krieg, wohl 1619 bzw. vor 1639 mehrmals beschädigt. Hans Bernhards Tochter Eva bringt ihrem Mann Christop Wilhelm v. Velderndorf die Hft. Albrechtsberg in die Ehe ein. Die Familie verkauft 1652 an Hans Bernhard Zäggler. Die Burg wechselte abermals mehrmals die Besitzer bis es auf dem Erbweg 1696 an Hans Karl Ignaz v. Lempruch fällt. Lempruchs Nachfahren verkaufen die Burg erst in den 1950-Jahren. Die Burg befindet sich im Besitz der Familie Tollmann.

 

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