31. Dezember – Leopold V Herzog von Österreich verstorben

Am 31. Dezember 1194 starb Leopold V., Herzog von Österreich. Er war der Sohn von Heinrich II. Jasomirgott und Theodora Komnena, die aus dem byzantinischen Kaiserhaus stammte, und war ein Mitglied des Hauses Babenberg.

Leopold folgte seinem Vater nach dessen Tod im Jahr 1177 nach und heiratete im selben Jahr Ilona, die Tochter des ungarischen Königs Géza II. Als erstes beendete er einen seit langer Zeit anhaltenden Konflikt mit dem Herzogtum Böhmen, indem er einen Frieden schloss. 1182 pilgerte Leopold nach Jerusalem, drei Jahre später begleitete er Friedrich Barbarossa nach Italien. Leopold ist es zudem zu verdanken, dass die Steiermark und Oberösterreich seinem Herrschaftsbereich angegliedert wurden und so maßgeblich zur Schaffung Österreichs als heutiges Land beitrug.

Größere Bekannt erlangte Leopold allerdings dadurch, dass er Richard Löwenherz, der inkognito auf dem Weg vom Heiligen Land zurück nach England war, festnahm. Leopold war im Jahr 1190 erneut, diesmal im Rahmen des Dritten Kreuzzugs, nach Jerusalem aufgebrochen und nahm im darauf folgenden Jahr zusammen mit Richard und Philipp II. August an der Belagerung von Akkon teil. Nach der Eroberung der Stadt zerstritten sich die Fürsten über die Aufteilung der Beute untereinander, und Richard wies jeglichen Anspruch Leopolds auf Beteiligung zurück. Dies unterstrich er (angeblich) damit, dass er Leopolds Banner von der Stadtmauer reißen ließ. Leopold, leicht angesäuert, verließ das Heilige Land darauf hin und kehrte nach Hause zurück. Da Richard es sich jedoch mit keinem der Anwesenden leicht gemacht hatte, hatten Heinrich VI. und Philipp II. August bei einem Treffen in Mailand verabredet, Richard, sollte sich die Gelegenheit ergeben, gefangen zu nehmen. Dieser machte sich, getarnt als Pilger oder Kaufmann, auf den Heimweg. Als er in Wien Rast machte, wurde er von Männern Leopolds festgenommen, nachdem er sich verraten hatte. Leopold brachte Richard zunächst auf die Burg Dürnstein, bevor er ihn an Heinrich VI. auslieferte. Da es sich bei Richard jedoch noch immer um einen Kreuzfahrer handelte, der unter dem Schutz der Kirche stand, traf Leopold für seine Gefangennahme die Exkommunikation und das Interdikt. Allerdings erklärte sich der Papst dazu bereit, dies unter betsimmten Bedingungen wieder fallen zu lassen, so etwa der Rückgabe von Richards Lösegeld und einem erneuten Zug ins Heilige Land, solange Richard in Gefangenschaft war.

Bevor Leopold diese Bedingungen erfüllen konnte, verunglückte er bei einem Turnier. Er versprach, sollte er die daraus resultierenden Verletzungen überleben, dass er die Bedingungen des Papstes ohne Ausnahme erfüllen werde. So wurde zumindest seine Exkommunikation aufgehoben. Leopold starb jedoch kurz darauf an den Folgen seiner Verletzungen.

Leopold soll angeblich auch für die Entstehung der heutigen österreichischen Flagge verantwortlich sein. Nach der Belagerung von Akkon soll sein weißer Waffenrock voll mit Blut gewesen sein. Nur die Stelle, an der sein Gürtel saß, blieb davon frei, sodass das bekannte rot-weiß-rote Muster entstand, das Heinrich VI. ihm angeblich als neues Banner zuteilte, nachdem sein altes in der Schlacht verloren gegangen war.

Mit Ilona hatte Leopold zwei Söhne, Friedrich und Leopold, die beide Herzöge wurden.

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