10. Jänner – erste Artikel der Goldenen Bulle

Am 10. Januar 1356, heute vor 660 Jahren, wurden auf dem Nürnberger Hoftag die ersten 23 Artikel der Goldenen Bulle verkündet. Sie bildet das wichtigste Verfassungsdokument, sogesehen das „Grundgesetz“ des Reiches und regelte die Wahl- und Krönungsmodalizäten für den römisch-deutschen König sowie auch die Zuständigkeiten und Rechte der Kurfürsten.

Karl IV., der damalige König, war kurz vor der Abfassung der Goldenen Bulle in Rom zum Kaiser gekrönt worden und rief den Hoftag in Nürnberg ein, um die Grundfesten seines Reiches zu sichern und mehr Stabilität zu schaffen, vor allem im Bezug auf das Amt des Königs, um das es in den vorigen Zeit immer wieder Streit gegeben hatte. Es wurden daher 23 Artikel ausgearbeitet, die die Thronfolge und die Wahlmodalitäten festschrieben. Gleichzeitig legte man auch fest, dass der Papst als Oberhaupt der Christenheit, anders als manches Mal zuvor, keinen Einfluss mehr auf diesen Prozess haben sollte. Obwohl über viele Punkte zwischen Karl IV. und seinen Fürsten Einvernehmen herrschte, musste der Luxemburger sich dennoch in einigen Angelenheiten deren Stimmen erkaufen. Nach dem Nürnberger Hoftag erfuhr die Goldene Bulle noch im folgenden Jahr in Metz eine Ergänzung um weitere acht Artikel.

Die Regeln der Goldenen Bulle lauteten wie folgt:
– Das Wahlrecht für den neuen König liegt einzig bei den Kurfürsten.

– Nach dem Tod des Königs muss binnen 30 Tagen eine Versammlung der Kurfürsten für die Wahl seines Nachfolgers in der Bartholomäuskirche in Frankfurt einberufen werden.

– Die Kurfürsten müssen schwören, die Wahl ohne jegliche Beeinflussung oder Absprachen durchzuführen.

– Es wird eine genaue Reihenfolge für die Stimmenabgabe festgelegt, beginnend mit dem Erzbischof von Trier und endend mit dem Erzbischof von Mainz.

– Die Wahl des Königs wird vom Einverständnis des Papstes gelöst, d.h. er hat keinerlei Einfluss mehr darauf.

– Jedes Jahr soll eine Versammlung der Kurfürsten und des Königs stattfinden, um das allgemeine Befinden des Reiches zu besprechen.

– Die Kurfürsten besitzen volle Immunität, zudem ist ihr Titel erblich

– Kurfürsten besitzen das Münzrecht und Zollrecht sowie auch die volle Macht der Rechtsprechung. Zudem sind sie zum Schutz der Juden verpflichtet.

– Die Gebiete der Kurfürsten sind unteilbar.

Die Goldene Bulle erhielt ihren Namen, da an ihr ein goldenes Siegel angebracht wurde. Solche Siegel wurden nur sehr selten gefertigt, da sie extrem teuer waren und somit von der Wichtigkeit dieses Dokuments zeugen.
Heute sind uns noch sieben ursorüngliche Ausfertigungen der Goldenen Bulle erhalten (Böhmen, Mainz, Köln, Pfalz, Trier, Frankfurt, Nürnberg). Zwei der Kurfürsten, Sachsen und Brandenburg, verzichteten auf ein eigenes Exemplar – wohl aus Kostengründen. Zudem gibt es viele Abschriften der Artikel, an die 200 sind heute bekannt.

Die Goldene Bulle hatte bis zum Ende de Heiligen Römischen Reiches im Jahr 1806 Gültigkeit.

Die UNESCO ernannte die Goldene Bulle 2013 zu einem Bestandteil des Weltdokumentenerbes, das die wichtigsten Dokumente zur Geschichte der Menschheit besonders schützt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Goldene_Bulle

Die Goldene Bulle von 1356 war das wichtigste der „Grundgesetze“ des Heiligen Römischen Reiches und regelte die Modalitäten der Wahl und der Krönung der römisch-deutschen Könige durch die Kurfürsten bis zum Ende des Alten Reiches 1806.
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